Ein Leben ohne Auto ist für viele nicht vorstellbar, und doch ist es oft nicht zwingend notwendig – besonders in Städten.
Viele Verantwortliche haben bereits erkannt, dass weniger Autoverkehr nicht nur Umwelt und Klima schützt, sondern auch die Lebensqualität in der Stadt erhöht. Dabei geht es um weit mehr als den CO2-Ausstoß von Verbrennermotoren: Gesundheitsbelastung durch Feinstaub und Stickoxide, Mikroplastik durch Reifenabrieb, die wachsende Bodenversiegelung oder das Platzproblem durch parkende Autos. Und auch die Sicherheit, vor allem von Kindern und älteren Menschen, rückt zunehmend in den Vordergrund.
Einige Städte machen bereits vor, dass es auch anders geht:
Kopenhagen: Die Hauptstadt Dänemarks gilt als Vorbild für eine nachhaltige Stadtplanung: Seit 2016 gibt es in der Stadt mehr Fahrräder als Autos, 43 Prozent der Arbeits- und Ausbildungswege werden mit dem Fahrrad zurückgelegt. Für Pendler aus dem Umland wurden „Super Cycle Highways“, Fahrradautobahnen eingerichtet. Auch in der Stadt gibt es breite Radwege, oft mit Überholspuren, und eine „Grüne Welle“ für Radfahrer bei 20 km/h. Hinter dem Verkehrskonzept der dänischen Hauptstadt steht der weltbekannte Stadtplaner Jan Gehl. Sein Motto:
„Eine Stadt ist dann lebenswert, wenn sie das menschliche Maß respektiert. Wenn sie also nicht im Tempo des Automobils, sondern in jenem der Fußgänger und Fahrradfahrer tickt.“
Auch in Amsterdam ist das Fahrrad das bevorzugte Verkehrsmittel.
Paris: Seit einigen Jahren macht die Bürgermeisterin Anne Hidalgo mobil – und zwar für Radfahrer und Fußgänger. Sie hat über 300 Kilometer neue Radwege geschaffen, in der ganzen Stadt Tempolimit 30 eingeführt und frühere Durchzugsstraßen für den Autoverkehr gesperrt. Die Zahl der gebührenpflichtigen Parkplätze auf öffentlichem Grund wurde massiv reduziert und die Tarife fürs Parken erhöht.
Pontevedra , Spanien (83.000 Einwohner): beinahe ein Viertel der Stadt ist für Fußgänger reserviert, Autos dürfen nur für Lieferungen und Transporte ins Stadtzentrum. Bürgermeister Miguel Lores meint:
„Wer ein Auto kauft, geht selbstverständlich davon aus, dafür einen Parkplatz im öffentlichen Raum zu bekommen. Warum? Wenn ich mir eine Kuh kaufe, kann ich die dann auch auf der Straße stehen lassen? .. Nein, die Straße gehört uns allen.“ (Quelle: Greenpeace Magazin)
Barcelona machte das Konzept der Superillas oder Superblocks bekannt: Bereits seit den 1990er Jahren gibt es hier eine wachsende Zahl an verkehrsberuhigten Straßenblöcken, in denen ein ausgeklügeltes System von Einbahnstraßen verhindert, dass die Straßen zur Durchfahrt genutzt werden. Im Katalanischen heißt das „pacif icar el carrer“, was wörtlich „die Straße befrieden“ bedeutet.
Berlin plant nach dem Beispiel Barcelonas sogenannte Kiezblöcke, eine Bürgerinitiative setzt sich für 180 verkehrsberuhigte Viertel ein.
In Oslo ist die gesamte Innenstadt autofrei, 700 Parkplätze wurden abgeschafft und durch Radwege oder Sitzbänke ersetzt. Auch in Ljubljana ist das Stadtzentrum autofrei.
Wien hinkt hintennach
In Wien gibt es bereits mehr Fahrrad- als Autohaushalte, dennoch wird es Radfahrern nicht leicht gemacht. „In vielen Straßen wird selbst parkenden Autos mehr Platz gegeben als Radfahrern“, kritisiert VCÖ-Experte Michael Schwendinger. „Viele Radverbindungen sind zu schmal, weisen Mängel auf oder fehlen überhaupt“. Eine VCÖ-Studie zeigt zudem: das Angebot bestimmt die Nachfrage. „Werden Straßen ausgebaut, nimmt der Kfz-Verkehr zu. Wird die Rad-Infrastruktur verbessert, wird mehr Rad gefahren“, so Schwendinger. Drei Viertel der Bevölkerung Österreichs sehen laut VCÖ den Ausbau von Autobahnen und Schnellstraßen kritisch. Zwei Drittel sprechen sich für einen Ausbau-Stopp aus, sieben Prozent sogar für einen Rückbau.
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