Die Humusbewegung setzt sich für gesunde Böden in der Landwirtschaft ein. Mitgründer Hubert Stark erklärt, wie das geht.
Litschau im nördlichen Waldviertel: die Wolken hängen tief, als Hubert Stark mich über seinen Biohof führt. Vorbei an kauenden Rindern, die um diese Jahreszeit noch in ihrem Stall stehen, steuern wir auf das Schweine-Gehege zu. Als wir näherkommen, rennen die Borstenviecher blitzschnell in ihre Unterstände – um sich wenig später neugierig wieder heraus zu trauen und uns grunzend zu begrüßen.
Hubert Stark hat die Humusbewegung mitgegründet, um sein Wissen an andere Landwirte weiterzugeben. Wie Boden funktioniert, wird in der herkömmlichen Landwirtschaft wenig thematisiert, das Wissen darüber in den Ausbildungsstätten kaum gelehrt.
Regenerative Landwirtschaft
Hubert wühlt konzentriert in der Erde und hält sich ein Häufchen unter die Nase. „Humus steht für lebendige Erde“, erklärt der Bio-Landwirt. „In der regenerativen Landwirtschaft geht es darum, Böden wieder zu beleben und Humus aufzubauen.“ Die Vorteile humusaufbauender Landwirtschaft sind vielfältig: Humus speichert nicht nur Kohlenstoff und Wasser, sondern auch wichtige Pflanzennährstoffe und trägt wesentlich zu einem ausgeglichenen, gesunden Boden bei. Durch Humusaufbau können Böden Ertragsschwankungen durch Trockenheit, Hitze oder Starkregen besser abfedern. Wasser wird länger gespeichert und ist somit auch in Trockenperioden verfügbar. Nicht zuletzt zählen gesunde landwirtschaftliche Nutzflächen zu den größten CO2-Speichern der Welt. „Neben Urwäldern sind humusreiche Böden hauptsächlich auf Wiesen und Steppen in Kombination mit Wiederkäuern entstanden“, erklärt Hubert Stark, während er die rote Katze, die uns auf Schritt und Tritt folgt, streichelt. „Das zeigt, der Boden will genutzt werden, um fruchtbar zu werden und zu bleiben.“ Wiesen bzw. Gräser haben dabei eine Schlüsselrolle: „Wenn man dem Boden die Pflanze nimmt, wird er unfruchtbar – das liest man schon in alten Büchern, trotzdem werden noch immer viele Flächen im Herbst gepflügt und brach liegen gelassen“, erklärt der Bio-Landwirt. Besser für den Boden sei es, ihn über den Winter grün zu lassen. „Wir brauchen landwirtschaftliche Systeme, wo man Wiesen in der Produktion integriert.“ Wichtig für den Humusaufbau ist auch das sogenannte Mikrobiom, Millionen von Kleinstlebewesen im Boden wie Bakterien und Pilze.
Lösungen statt Kritik
Hubert Stark weiß, dass viele Landwirte sich angegriffen fühlen, wenn man ihre Vorgehensweise kritisiert – denn sie hat ja lange Zeit gut funktioniert. „In unserem kapitalistischen Denken müssen sie das so machen, um die Rechnungen zahlen und überleben zu können“, sagt der Bio-Bauer. „Boden zu regenerieren, kostet Geld, das viele nicht haben“. Landwirtschaftliche Förderungen würden lieber in Maschinen und Traktoren investiert, weil das greifbarer sei. Dazu kommt, dass ein Großteil der landwirtschaftlichen Flächen gepachtet sind. „Dadurch ist die Hürde, Geld reinzustecken, größer.“ Stark betont, dass die Humusbewegung keinen Druck ausüben, sondern lieber Lösungen aufzeigen möchte. Bei regelmäßig stattfindenden Stammtischen werden Landwirte zusammengebracht, um sich auszutauschen. „Wir sagen den Bauern nicht, was sie tun sollen, sondern bringen verschiedene Erfahrungen zusammen.“
Hubert Stark nennt die Humusbewegung eine ökosoziale Friedensbewegung: „Das war meine Idee, da ich die Bauern aus dem Kampfmodus bringen will.“ Bei Vorträgen lässt er gerne Achtsamkeitsmomente einfließen. „Wenn jeder Mensch ein bissl mehr in den inneren Frieden käme, sähe der Planet anders aus.“ Fest steht: Menschen wie Hubert Stark und seine Humusbewegung leisten einen wertvollen Beitrag zu einem lebenswerten Planeten.
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