Aus dem Buch„Altes Wissen für eine Neue Zeit. Gespräche mit Heilern und Schamanen des 21. Jahrhunderts“ : Geseko von Lüpke im Gespräch mit Angaangaq, Inuit-Ältester und Schamane aus Grönland
Ihre Kultur ist eine der wenigen, die für das Phänomen des „Krieges“ gar kein Wort in ihrer Sprache hat. Allein die Abwesenheit von Krieg wäre ja ein guter Grund, von den Inuits zu lernen. Wie kommt es, dass es bei Ihnen keinen Krieg gibt?
Es liegt an der Beziehung zum Land. Die Eskimos haben sie nie verloren. Wir sind ein und dasselbe wie das Land, auf dem wir leben. Ich rede mit den Tieren, die mit mir das Land bevölkern. Wenn ich auf die Jagd gehe, töte ich nicht, um mich zu bereichern. Wenn ich das täte, hätte ich in Kürze alle Füchse ausgerottet. Stattdessen muss ich dafür sorgen, meine Beziehung zu den Füchsen so zu ehren, dass immer welche da sind. Indem ich mit ihnen und dem Land in Beziehung bin, entsteht Frieden. Das Gleiche gilt für einen Fremden, der in unser Land kommt. Wir nehmen ihn auf und stellen damit sicher, dass er leben und überleben kann. Vergiss nicht, wie endlos unser Land ist – es ist sechzehn Millionen km² groß. Da wollen wir nicht alleine sein. Also teilen wir, was da ist. Deshalb haben wir auch nie die Verbindung zum Land und zur Schöpfung verloren.
Was gilt es vom schmelzenden Eis zu lernen?
Albert Einstein hat gesagt: „Wissenschaft und Religion müssen Hand in Hand gehen!“ Die tiefere Botschaft des schmelzenden Eises lautet: Verbindet das enorme Wissen, das ihr im Kopf habt, mit der Weisheit des Herzens! Es braucht eine Balance zwischen beidem. Wer diese Balance verliert, wird zum Extremisten oder Fundamentalisten – in der Wissenschaft ebenso wie in der Religion. Herz und Hirn agieren wie getrennt! Und man kann überall in der Welt sehen, was der daraus entstehende Extremismus angerichtet hat. Deshalb fordern die Ältesten uns auf, die spirituelle Bedeutung des schmelzenden Eises zu verstehen, statt nur über das physikalische Phänomen nachzudenken. Und ‚spirituell‘ heißt: Es geht um deine innee Seele, deinen ‚Spirit‘. Deshalb sprechen sie auch davon, dass das härteste Eis, das geschmolzen werden muss, jenes im Herzen der Menschen ist.
Dabei scheint es ja um eine tiefe innere Transformation der Menschen zu gehen. Ist es das Ziel Ihrer Arbeit in aller Welt, den Menschen klar zu machen, dass sie ganz andere Potenziale in sich tragen, als sie bisher glaubten?
Genau! Die moderne Gesellschaft ist in einem bestimmten Glaubenssystem gefangen. Es ist so, als würden alle nur noch auf einen einzigen Ast am Baum der Erkenntnis starren und darüber vergessen, dass der Stamm dieses Baumes eine ungeheure Zahl an Ästen mit unendlich vielen Blättern hervorgebracht hat. Wenn man sich aber nur noch mit einem Ast identifiziert, ihn für den Wichtigsten hält und alle nur dort nach Transformation streben, dann stirbt der ganze Rest des Baumes ab. Dann entsteht eine Situation, in der wir überall auf der Erde das Gleiche denken, das Gleiche anziehen, den gleichen Gott anbeten, die gleichen Lieder singen. Und bald schon hängt der eine Ast an einem toten Baum und geht selber ein – das ist ein Selbstmordprogramm!

Angesichts der weltweiten Krisen haben sich fast alle traditionellen Weisheitsträger, Heiler und Schamanen entschieden, ihr Wissen auch für den Westen zu öffnen. Sie sind Grenzgänger zwischen Tradition und Moderne, Wanderer zwischen den Welten des Bewusstseins und reisen – im 21. Jh. immer öfter auch mit Laptop und eigener Website – als Botschafter alten Wissens rund um den Globus. Geseko von Lüpke hat mit 17 von ihnen gesprochen. Sein Buch offenbart hierzulande fast vergessene, aber hochaktuelle Weisheiten, die für unser (Über)Leben entscheidend sein werden.
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von Jens SchlüterDie Nachrichten, die uns seit dem Trockensommer 2018 aus unseren Wäldern und Forsten erreichen, werden immer dramatischer, von einem neuen „Waldsterben“ in Folge der Erderwärmung ist die Rede. Aber nicht nur der Klimawandel, auch unsere profitorientierte Forstwirtschaft setzt u...
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Deutsche Ornithologen-Gesellschaft fordert Ökologisierung der Landwirtschaftvon Andreas WagnerDer Ornithologe ist der „Vogelkundler“. Und schon seit 1850 gibt es in Deutschland die „Deutsche Ornithologengesellschaft“ (DO-G), die Wissenschafter und Praktiker umfasst. Das Vogelsterben betreffe in gan...
20 Jahre LandLuft: Jubiläumssymposium »Zukunftsland«von Roland GnaigerLinz, 16. Mai 2019 (präzisiert und ergänzt: Doren, 3. Juni 2019)[Vollversion des Artikels, der im Brennstoff Nr. 56 in gekürzter Fassung abgedruckt wurde]Es geht mir nicht um Land gegen Stadt. Ich liebe das Land, und ich liebe auc...
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