„Unser Hunger nach Langsamkeit steigt, je schneller das Leben im Tal wird. Inbegriff dieser Langsamkeit sind die gemütlich wiederkäuenden Kühe.“ Es sind Sätze wie diese, die das Herzensanliegen von Andreas Pillichshammer besser verstehen lassen. In seinem Buch „Die Geschichte der Mondseer Hochalm“ erzählt der gebürtige Oberösterreicher, weshalb er eine Alm revitalisieren möchte.
Auf einem Bauernhof aufgewachsen, hat Andreas erst relativ spät erlebt, wie viel die Alm zu geben hat. Er arbeitete als Lehrer, Stallhilfe und Schilehrer und eine Tätigkeit als Entwicklungshelfer führte ihn bis nach Papua-Neuguinea.
2003 verbrachte er einen Sommer auf einer Schweizer Alm, um beim Melken und Käsen zu helfen. Und erlag dem „Zauber der Alm“, wie er in seinem Buch beschreibt: „Wir Menschen geben den Tieren Pflege und sie geben uns Milch – es ist ein Geben und Nehmen.. Solcherlei wird selten besprochen und doch sind es jene Dinge, die wir als so angenehm einfach empfinden, die ein Gefühl des Eingebundenseins entstehen lassen und die letztlich Wurzeln schlagen lassen.“
Als Andreas von Wien nach Mondsee zog, um dort eine Landwirtschaft zu pachten, hörte er erstmals von der brachliegenden Mondseer Hochalm – und fasste den Entschluss, diese zu revitalisieren. „Seit 12 Jahren bin ich jetzt dran“, erzählt er. Den langen Atem hat er bei einem seiner Abenteuer gelernt - bei einer Radtour durch Australien.
Das Alm-Projekt ist mit großem Aufwand verbunden: Eine Almhütte in der Steiermark wurde gefunden, abgetragen und nach Mondsee transportiert. „Im Inserat stand ,Haus gegen Selbstabholung zu verschenken‘", erzählt Andreas lachend. Er möchte auf der Alm Milchschafe halten, um Käse herzustellen – eine Ausbildung zum Schafscherer hat er bereits absolviert. Auch Gastronomie ist geplant. „Es soll ein Ort des Ausruhens werden und keine Touristenfalle.“ Die Bundesforste, Eigentümer der Mondseer Alm, haben bereits ihre Zustimmung gegeben, die Alm zu pachten und darauf Gebäude zu errichten. Ein Gutachten des Umweltbüros Klagenfurt liegt vor und die Behörden zeigen sich kooperativ.

Um all das zu finanzieren hat Andreas Pillichshammer eine Genossenschaft gegründet und ist auf der Suche nach Mitgliedern oder auch Gönnern, die für einen Kredit bürgen.
In der Präambel der Statuten ist zu lesen:
„Bei der Verfolgung der Zwecke dieser Genossenschaft orientieren wir uns am Leitbild einer lebensbejahenden Wirtschaft, in der die Bedürfnisse der Menschen und die Achtung vor der Schöpfung Vorrang vor Gewinnstreben und Profitmaximierung haben.
Die Mondseer Hochalm im Gemeindegebiet Oberwang soll ein Unternehmen in diesem Geist werden, das den beteiligten BäuerInnen und LieferantInnen Erwerbsmöglichkeiten, Wanderern hingegen Erholung und eine Einkehrmöglichkeit bietet und mit naturschonenden Methoden den Almboden bewirtschaftet.“
Wer einen oder mehrere Anteile zeichnet, hilft mit, einen Almbetrieb zu gründen – und damit ein wenig mehr Ruhe und Langsamkeit in diese Welt zu bringen.
Hier könnt ihr Andreas unterstützen.
Hier können Sie die Arbeit von Susanne Wolf unterstützen: https://susannewolf.substack.com/about
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