Bridge over troubled water
Bridge over troubled water
Brennstoff Nr. 42 | Sylvia Kislinger | 10.07.2026

Gemeinsam eine Brücke bauen

WIE KOMMT IHR EIGENTLICH zu euren Projekten in Afrika? Diese Frage wird uns immer wieder gestellt und es gibt dazu so viele Antworten wie wir, dank eurer Spendengelder, Projekte in Afrika unterstützen. Jedes einzelne hat seine eigene Geschichte der »Begegnung«. Zu »unserem« jüngsten Projekt, der Unterstützung des Baus einer 140 m langen Hänge brücke an der Wildcoast Südafrikas, sind z. B. nicht wir gekommen, sondern es wurde in Form eines Briefes von Elias Rubin, dem Bruder unserer Drachenbaukünstlerin und Seminarleiterin Anna Rubin als barua upepo, als Nachricht des Windes (das ist in Kiswahili die Bezeichnung für eine E-Mail-Nachricht ) zu uns geweht. Elias schrieb uns im August:

Sehr geehrter Herr Staudinger,
ich habe Ihren Kontakt von meiner Schwester Anna Rubin erhalten, ich will. Sie keinesfalls belästigen, doch ist meine Aufgabe leider gerade Fundraising und da geht es nicht anders. Ich arbeite seit einem Jahr an einem ambitionierten Projekt an der Wildcoast Südafrikas, dem Bau einer 140 Meter langen Hängebrücke, um einer unterprivilegierten Gemeinde die sichere Überquerung des Flusses Mzamba zu ermöglichen. Der oft reißende Fluss durchtrennt die Landschaft und schneidet seine Bewohner von notwendiger Infrastruktur wie Schulen, Krankenhäusern und Erwerbsmöglichkeiten ab.
Wir haben im letzten Jahr mit dem Bau begonnen und drei Viertel der Brücke sind bereits fertig gestellt, es fehlt nur noch, den Gehweg einzuhängen. Auch haben wir bis dato 160.000 Euro an Sponsergeldern lukriert, leider fehlen uns noch 40.000 Euro auf den sprichwörtlich letzten Metern, um dieses Projekt zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.
Unglücklicherweise stößt unser Netzwerk mit den bereits aquirierten Mitteln an seine Grenzen und daher mein Mail an Sie. Falls Sie Interesse bzw. Kapazitäten sehen, unser Projekt zu unterstützen, wäre ich Ihnen im Namen der Nutzer sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen,
Elias Rubin

Toll, was die sich trauen, war unsere allererste Reaktion. Anna, die Schwester von Elias, genießt bei uns in der GEA Akademie sowieso größtes Vertrauen und ein Blick in die angegebenen links www.buildCollective.net und www.facebook.com/bridgingmzamba für mehr Informationen zum Projekt und zu den aktuellen Neuigkeiten von der Baustelle, haben uns die Entscheidung schließlich leicht gemacht. Dank eurer großzügigen Spenden laufen auf unser Spendenkonto »Heini für Afrika« jährlich rund 200.000 Euro ein. Ein Blick auf den Kontostand und ein weiterer auf die für dieses Jahr bereits geplanten und zugesagten Unterstützungen unserer anderen Projekte in Tanzania, Kenya und Äthiopien hat gezeigt, dass wir die Fertigstellung der Brücke mit einer Summe von 10.000 Euro prompt unterstützen können.

»Mit der positiven Rückmeldung von euch kann nun der Gehweg eingehängt werden und mit Sicherung und Wegeführung die Fußgängerbrücke fertig gestellt werden. Material wurde bestellt, freiwillige Architekten, Zimmerer und Kletterer aus Deutschland, Frankreich und Österreich und viele afrikanische HelferInnen sind bereit für’s Finale – und los geht’s!« schrieb uns Marlene Wagner. Marlene ist ebenfalls Aktivistin im Brückenbauprojekt und Mitglied von der NPO für Architektur und Entwicklung buildCollective .

Dann wurde es sehr arbeitsam und still um das Projekt – bis uns Ende September die barua upepo mit der Einladung zu den Eröffnungsfeierlichkeiten der Mzamba-Bridge erreichte. What a pleasure!

Wir liegen mit der Spendensumme von 10.000 Euro für dieses Projekt wahrscheinlich nur im Mittelfeld der unterstützenden Organisationen. Dank eurer verlässlich und kontinuierlich auf unserem Afrika-Konto eintreffenden Spendengelder und unserer sehr schlanken, unbürokratischen Struktur konnten wir für dieses Projekt dennoch das sprichwörtliche »Pünktchen auf dem I«, oder besser »der Gehweg auf der Brücke« sein. Es ist schon so, wie Anna Heringer, die Architektin und Schöpferin der wunderbaren METI Handmade School in Bangladesh (www.meti-school.de ) sagt: »Wir verändern nicht die Welt, aber wir machen kleine Schritte hin zu einer besseren.«

In diesem Sinne wollen wir euch im Namen der vielen Menschen, die wir mit Hilfe eurer Spendengelder in ihren Projekten unterstützen können, von Herzen DANKE sagen. Seien wir auch in Zukunft ohne Wenn und Aber »als Mensch dem Menschen ein Helfer«, auch – oder gerade – im Hinblick auf die aktuelle Flücht lingstragödie. Und Herrn Viktor Orban wäre an dieser Stelle dringend anzuraten, sich die Tatkraft und das Know-how der BrückenbauerInnen aus Österreich, Deutschland und Frankreich zunutze zu machen, um in Zukunft Brücken der Menschlichkeit anstatt Zäune der Verachtung in seinem Land zu spannen.

AFRIKA-SPENDENKONTO lautend auf Heinrich Staudinger für Afrika
Kennwort: brennstoff 42
Konto-Nr. 1.370, Raika 32415
IBAN AT18 3241 5000 0000 1370
BIC RLN WAT WWO WS

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ein Artikel von

Sylvia Kislinger

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