Ubuntu bezeichnet eine Lebensphilosophie, die im alltäglichen Leben aus afrikanischen Überlieferungen heraus vor allem im südlichen Afrika praktiziert wird. Das Wort Ubuntu kommt aus den Bantusprachen der Zulu und der Xhosa und bedeutet in etwa „Menschlichkeit“, „Nächstenliebe“ und „Gemeinsinn“ sowie die Erfahrung und das Bewusstsein, dass man selbst Teil eines Ganzen ist.
Damit wird eine Grundhaltung bezeichnet, die sich vor allem auf wechselseitigen Respekt und Anerkennung, Achtung der Menschenwürde und das Bestreben nach einer harmonischen und friedlichen Gesellschaft stützt, aber auch auf den Glauben an ein „universelles Band des Teilens, das alles Menschliche verbindet“. Die eigene Persönlichkeit und die Gemeinschaft stehen in der Ubuntu-Philosophie in enger Beziehung zueinander.
Mamphela Aletta Ramphele ist südafrikanische Ärztin, Geschäftsfrau und Politikerin. Sie arbeitete als Ärztin unter der Apartheid und wurde aus ihrer
Heimat verbannt. Sie war Partnerin des später ermordeten Widerstandskämpfers Steve Biko. Nach dem Ende der Apartheid gründete sie die Partei Agang South Africa und arbeitete als Managing Director bei der Weltbank. 2018 wurde Ramphele zur Co-Präsidentin des Club of Rome gewählt.
Wie sehr hat Sie dabei Ihr Kampf gegen die Apartheid in Ihrem Land geprägt?
Ich spreche als jemand, die in den 1960er Jahren in Südafrika gegen die Apartheid gekämpft hat. Wir haben uns selbst befreit: Wir haben verstanden, dass die schwarze Bevölkerungsmehrheit nur deshalb von der weißen Minderheit unterdrückt werden konnte, weil sie die weiße Vorherrschaft akzeptiert hat. Die weißen Rassisten hatten die Waffen, aber sie brauchten auch die Duldung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit. Das Black Consciousness Movement, das wir als Studenten ins Leben riefen, mobilisierte Menschen im ganzen Land, sich aus der mentalen Sklaverei zu befreien.
Was heißt das für die globale Politik der Nachhaltigkeit?
Die postkolonialen Bürger und Bürgerinnen auf der ganzen Welt müssen sich von den korrupten Regierungen befreien, die weiterhin die nationalen Ressourcen zum Nutzen kleiner Teile der Eliten ausplündern, wie es die früheren Kolonialherren taten. Europa und Afrika haben die Möglichkeit, mit Herzenswärme zusammenzuarbeiten.
DESMOND TUTU
1931 – 2021
„If you want peace, you don‘t talk to your friends, you talk to your enemies.“
Desmond Tutu war ein südafrikanischer anglikanischer Geistlicher und Menschenrechtsaktivist. 1984 wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausge zeichnet. Ab 1995 war er Vorsitzender der südafrikanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission.
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MUSEUM HUMANUMDas schönste Museum, das ich je gesehen habe. Es will - mit tausenden Exponaten - nichts anderes als das Urgeheimnis des Menschen zu umkreisen.In der Eigendefinition sagt er zu seinem Museum, - "ein kleiner Schauplatz menschlicher Imaginationen" ... es öffnet wieder im Maihttps://www.n...
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»Emmanuel Mbolelas Buch ist deshalb so beeindruckend, weil es nicht nur ein Buch der mutigen, detailgenauen Brandmarkung ist, sondern auch ein Buch der unausrottbaren Hoffnung. Ein Buch des Widerstandes, des Aufstandes des Gewissens.«JEAN ZIEGLERIm Mai 2014 erschien im Wiener Mandelbaum-Verlag die e...