Valerie Browning kam 1973 als australische Krankenschwester nach Äthiopien, um in einer der größten Hungerkatastrophen des Landes als Freiwillige zu helfen. 50 Jahre später ist sie eine Lichtgestalt im Land der Afar im Norden Äthiopiens, einer der ärmsten Regionen der Welt. Auch heute noch ist dieser Landstrich gebeutelt von Hunger, Hitze und Dürre. Die Temperaturen erreichen regelmäßig 50 Grad und jedes dritte Kind stirbt vor seinem fünften Lebensjahr. Dazu kommt der Krieg in der Nachbarsregion Tigray und ein daraus resultierender Flüchtlingsstrom.
Valerie Browning wurde durch ihre Heirat mit Ismael Ali Gardo Teil der Afar-Gemeinschaft. Gemeinsam gründete das Paar die Afar Pastoral Development Association (APDA). Die Alten und Weisen der Afar berieten in einem zwei Wochen dauernden Meeting, was für ihr Nomadenvolk wichtig sei: Bildung – aber nicht nach westlichen Vorbild. Sie wollten selber entscheiden, was an Bildung für ihr Wüstenleben sinnvoll ist. Da es keinen Zugang zu westlicher Medizin gibt, entschieden sie, die Verbesserung ihrer Lebensumstände in den Vordergrund zu stellen. Valerie wurde zur zentralen Figur dieser Reform. Sie systematisierte das naturheilkundliche Wissenund bildete hunderte GesundheitsarbeiterInnen aus.
Kampf gegen Mädchenbeschneidung
„Der kleinere Teil der Welt ist der Westen, und der glaubt, dass sein Lebensstil normal ist“, sagt die heute 73 jährige, die sich unermüdlich für bessere Lebensbedingungen der Afar einsetzt. „Doch die westliche Lebensweise richtet den Planeten zugrunde. Es gibt zwei Welten: Die eine Welt ist der Westen, der hochentwickelt und bequem ist, wo es alles gibt. Hier leben wir von dem, was wir haben, tun, was wir können und unser Leben ist kurz.“
In der patriarchalischen Gesellschaft der Afar ist die Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) eines von Valeries Hauptanliegen. Hierbei sucht sie die Unterstützung der religiösen Führer, mit deren Gutachten sie nachweisen kann, dass der Koran – wie viele fälschlich glauben – kein einziges Mal von der weiblichen Beschneidung spricht, geschweige denn sie als religiöses Gesetz fordert.
GEA unterstützt die Arbeit von Valerie Browning, die auch Engel der Wüste genannt wird, und hat die außergewöhnliche Frau in Äthiopien besucht. Mit Hilfe unserer Spender konnten bereits 50 000 Euro an die Hilfsorganisation APDA überwiesen werden.
„Ich bin nicht mehr für den Westen geeignet“ sagt Valerie Browning. „Ich habe keine einzige Versicherung, ich habe keine Kreditkarte, ich habe nichts.. Aber es ist ein privilegiertes Leben.“
Hier können Sie die Arbeit von Susanne Wolf unterstützen: https://susannewolf.substack.com/about
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