Der Anbau von Kakaobohnen findet in westafrikanischen Ländern unter schwierigen und ausbeuterischen Umständen statt. Fairtrade macht einen Unterschied.
Asunafo hat eine Vision: sozioökonomische Freiheit für alle. Asunafo ist ein Verbund aus 75 Kakao-Kooperativen in der Region Ahafo in Ghana mit knapp 9.500 Mitgliedern. Ein Jahr nach der Gründung erfolgte 2012 die Fairtrade-Zertifizierung und die Etablierung der Fairtrade-Standards, mit deren Unterstützung wichtige Schritte in Richtung Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit gesetzt werden.
In den westafrikanischen Staaten Ghana und Elfenbeinküste findet ein Großteil des weltweiten Kakao-Anbaus statt, unter ausbeuterischen Umständen. Kakao zählt neben Erdöl und Kaffee zu den wichtigsten Rohstoffen auf dem Weltmarkt; Preisschwankungen und hohe Marktkonzentration prägen das Bild. Trotz wachsender Nachfrage bleibt den meisten Kleinbauernfamilien kein existenzsicherndes Einkommen, viele leben unter der absoluten Armutsgrenze von 1,90 US-Dollar pro Tag. Immer mehr junge Leute sehen keine Zukunft im Kakaoanbau und wandern in die Slums der Großstädte ab. Zudem ist gerade in den westafrikanischen Anbauländern Kinderarbeit ein großes Problem.
Mindestpreis und Prämie
Hier setzt Fairtrade an: „Dank der Fairtrade-Prämie und des festgelegten Mindestpreises hat sich das Einkommen der Mitglieder erheblich verbessert, und die Entwicklung in den Gemeinden wurde gefördert“, sagt Daniel Amponsah Gyinayeh, Präsident der Kooperative Asunafo. Der Fairtrade-Mindestpreis fungiert als Sicherheitsnetz, um die Kosten für eine nachhaltige Produktion zu decken und weitere Schritte in Richtung existenzsichernder Einkommen zu machen. Davon profitieren die Bauernfamilien insbesondere in unsicheren Zeiten, wenn die Preise am Weltmarkt stark schwanken und sie sich bei ihren Kalkulationen dennoch auf den garantierten Verkaufspreis verlassen können.
Die Fairtrade-Prämie wurde bei Asunafo für verschiedene Entwicklungsprojekte eingesetzt, beispielweise für den Bau mehrerer Schulen. Zudem wurden Wasserlöcher gebohrt sowie Kliniken und Gemeinschaftszentren gefördert. All das wirkt sich positiv auf den Alltag der gesamten Bevölkerung der Region aus.
Asunafo engagiert sich auch dafür, weitere Standbeine aufzubauen – etwa die Herstellung von Seifen und Backwaren, den Anbau von Gemüse und die Schneckenzucht. Dadurch soll die Union unabhängiger vom Kakaoanbau werden. Das Weiterbildungsprogramm dient auch der Sensibilisierung für Gleichstellungsfragen; mit einem Frauenanteil von 46 Prozent gehört Asunafo zu den Vorreitern auf diesem Gebiet. Darüber hinaus gibt es Fortbildungen im Bereich Kinderschutz.
Kinderrechte wahren
Der Schutz von Kinderrechten ist ein zentrales Anliegen von Fairtrade: Bei Asunafo dürfen keine Kinder unter 15 Jahren beschäftigt werden, zudem achtet die Kooperative darauf, dass der Schulbesuch nicht gefährdet wird. Um die Ursachen ausbeuterischer Kinderarbeit zu bekämpfen, setzt Asunafo auf verschiedenen Ebenen an: Mit Geldern der Fairtrade-Prämien wurde nicht nur der Bau mehrerer Schulen finanziert, sondern für die Kinder der Mitglieder auch pädagogische Förderprogramme eingerichtet und unter anderem rund 80.000 Übungsbücher an Grundschulen verteilt. Letztlich geht es nicht nur um die direkte Förderung, sondern auch darum, die Menschen vor Ort für Kinderrechte zu sensibilisieren sowie klare Rahmenbedingungen und Richtlinien zu schaffen.
Solche Maßnahmen gehen Hand in Hand mit dem überarbeiteten Kakao-Standard von Fairtrade. Sie helfen dabei, das Leben der Familien in der Region Asunafo langfristig zu verbessern. Das bestätigt auch Präsident Daniel Amponsah Gyinayeh: „Die Fairtrade-Standards, insbesondere der neue Kakao-Standard, haben den Bauernfamilien geholfen, Initiativen zu entwickeln, welche die ökologische Nachhaltigkeit fördern und sicherstellen, dass keine Menschenrechte verletzt werden – für eine bessere Zukunft! Wir fordern alle Schokoladenhersteller, Regierungen und Interessenvertreterinnen auf, uns dabei zu unterstützen, die Folgen des Klimawandels zu bewältigen und das Einkommen der Menschen durch angemessene Einkaufspraktiken zu verbessern.“
Hier können Sie die Arbeit von Susanne Wolf unterstützen: https://susannewolf.substack.com/about
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