LEONARDO BOFF, KOMMUNISTISCHE GESELLSCHAFT
Das Besondere des Franziskus-Experiments besteht in dem Versuch, unter Voraussetzung freiwilliger Armut eine bedingungslose Geschwisterlichkeit zu leben, um so bei und mit den Armen zu sein und gemeinsam mit ihnen eine wirkliche - im biblischen Sinn des Wortes - kommunistische Gesellschaft herbeizuführen. Das Experiment des Franziskus setzt voraus, dass alle menschlichen Beziehungen immer aus der Sicht derer, die weinger haben, und aus der Sorge für die, die weniger sind, gedacht und aufgebaut werden. Der Arme ist die Sichtbarwerdung der Gottheit.
DAS MENSCHSEIN RETTEN
In einigen afrikanischen Stämmen, in denen die Behinderten als die dauernde Erscheinung der Gottheit gelten, adopieren alle Stammesgenossen diese Menschen an Kindes Statt und betrachten sich als ihre Väter und Mütter. Im Gegensatz zu unseren Gesellschaften, die normalerweise Arme und Behinderte ausschließen, integriert sie dort die Gesellschaft und rettet sie so in ihrem Menschsein.
C. G. JUNG sagte, dass wir nur dann wahre Freiheit und Erfüllung finden, wenn wir bereit sind uns unserem Unbewussten zu stellen. Unsere Ängste, unsere Schatten und unsere tiefsten Wünsche sind nicht unsere Feinde, sondern Lehrer, die uns helfen uns selbst zu erkennen und zu transformieren. Wenn wir uns diesen Aspekten unseres Selbsts zuwenden, erkennen wir, dass wir nicht nur von äußeren Umstäden beeinflusst werden, sondern dass wir die Schöpfer unserer eigenen Realität sind.
BITTER WIRD SÜSS / BITTER KANN SÜSS WERDEN
Franz v Assisi hatte Träume, in denen er spürte, dass er das Bittere ins Süße transformieren kann, wenn er sich nicht fürchte.
gefunden bei Adolf Holl "der letzte Christ"
DU BEKÄMPFST DAS WERTVOLLSTE SELBST
Die innere Stimme, die sich da grad wieder gemeldet hat, die musst du unterdrücken. So bekämpfst du das Wertvollste, das in dir steckt, selbst. ... Den Kampf führst du ja in deinem Inneren aus, und hernach kannst du dich selber nicht leiden. (youtube - „Ich gebe auf“ – Gerald Hüther offenbart alles)
URGESCHICHTE ARBEITSZEITEN UND ÜBERFLUSS
Das viktorianische Narrativ, alles habe sich kontinuierlich verbessert ... das stimmt gar nicht. In Bezug auf die Arbeitszeiten war es genau umgekehrt. Die technologische Entwicklung hatte die Menschen nicht von materiellen Notwendigkeiten befreit. Sie arbeiteten nicht weniger. Vielmehr deutete alles darauf hin, für die meisten Menschen hätten die Arbeitsstunden im Laufe der Menschheitsgeschichte eher zugenommen. Noch provokanter war Sahlins These, die frühzeitlichen Menschen seien nicht unbedingt ärmer gewesen als heutige Konsumenten. Es sei sogar sehr wahrscheinlich, dass sie während der Urgeschichte überwiegend in großem materiellen Überfluss gelebt hätten.
ÜBERFLUSS, - KEIN ABSOLUTER BEGRIFF
Natürlich konnte ein Wildbeuter nach unseren Maßstäben extrem arm erscheinen, aber diese Maßstäbe anzulegen war eindeutig lächerlich. "Überfluss" war kein absoluter Begriff. Er bezeichnete vielmehr eine Situation, in der man auf alles leichten Zugriff hatte, was man für ein glückliches und bequemes Leben zu brauchen glaubte. Daran gemessen waren die meisten bekannten Wildbeuter reich. Die Tatsache, dass viele Jäger und Sammler nur etwa zwei bis vier Stunden pro Tag etwas taten, das als "Arbeit" gelten konnte.
Quelle: Anfänge, siehe Seite 20