Afrikas unfassbare Diskrepanz zwischen seinen Förderungen und Forderungen
Wie Jean Ziegler sagt, geht es nicht darum, den Armen mehr zu geben, sondern weniger zu stehlen. Trotzdem helfen wir, so gut wir eben können – und das geht überhaupt nur dank eurer Spenden! Dafür herzlichen Dank! Details zur Grafik in der Spalte rechts.
19-jährig fuhr ich mit meinem Freund Reinhold mit dem Moped von Schwanenstadt nach Tansania. Auf dieser Reise waren wir oft mit unglaublich schwerer Not konfrontiert. Nach unserer Rückkehr fingen wir beide ein Medizinstudium an. 1973 waren die Zeiten auf der Uni wild und schön. Nächtelange Diskussionen über Gott und die Welt. Immer war Gerechtigkeit ein zentrales Thema. Auf der Uni, in den Cafehäusern und auf der Straße. Irgendwann war mir klar, dass die Not in Afrika ihre Ursache oft bei uns, in der reichen Welt, hat. Die Sklaverei ist abgeschafft, der Kolonialismus vorbei, aber die Ausbeutung treibt reiche Blüten. Der Reichtum Afrikas verschärft die prekäre Lage nur noch. Mehr und mehr fruchtbares Ackerland gerät in die Hände von Investoren; es nährt nicht die Hungrigen, sondern ... Die ungeheuren Bodenschätze machen die Reichen reicher, Privatarmeen sorgen für pünktliche Lieferung in den Westen, aber auch nach China. So sind die Nöte der Menschen Afrikas seit 1973 mehr und nicht weniger geworden, obwohl wir (damit meine ich die reichen Länder) uns Jahr für Jahr mehr und mehr aus Afrika herausholen. Siehe Grafik und die Details dazu in der Marginalspalte rechts.
Diese unfassbare Diskrepanz gibt einen Hinweis auf den ungeheuren Reichtum des afrikanischen Kontinents, aber auch auf die unsagbare und erbarmungslose Gier der Drahtzieher mit Sitz in den reichen Ländern der Welt, zunehmend aber auch in China.
Was sollen und wollen wir in diesem Wahnsinn also mit unseren kleinen Projekten in Afrika?
Eines ist klar: wir können, obwohl wir’s wollen, diesen Wahnsinn nicht so einfach stoppen. Wir können aber in Mitgefühl und Verbundenheit (wenigstens ein bisschen etwas) geben. Es tut uns selber gut, wenn wir von unserem Zuviel dorthin etwas abgeben, wo es viel zuwenig gibt. Der Grafikdesigner Stefan Sagmeister bringt’s auf den Punkt:
Helping other people helps me.
Claudia, unsere Chefbuchhalterin, schickt uns wöchentlich eine Excel-Liste mit den aktuellen Spendeneingängen. So freuen wir uns Woche für Woche, wenn wir sehen, dass die Spendengelder von unseren LeserInnen, KundInnen und FreundInnen recht kontinuierlich auf dem Konto »Heini für Afrika« eintreffen. Im Laufe eines Jahres kommen so rund 200.000 Euro zusammen, die wir stellvertretend an unsere neun Projekte in Tansania, Kenya und Äthiopien vergeben dürfen. Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir wirklich die ganze Summe bis zum letzten Cent direkt in die Projekte fließen lassen können. Einmal weil die Buchhaltung unserer Firma die Verwaltung der Spendengelder mit professioneller Sorgfalt erfüllen kann. Und dann ist der brennstoff natürlich auch ein Glück. Er liefert vier Mal im Jahr »Brennstoff für Herz und Seele« und ist damit ein guter Platz, um darin auch von den Projekten in Afrika zu erzählen.
Dieser brennstoff trägt den Titel »Sehnsucht – bist du noch da?« Ich bin fest davon überzeugt, dass die Sehnsucht sowieso unausrottbar ist. Sie kann verschüttet sein, manchmal schlummert sie auch nur und wartet darauf, wach geküsst zu werden. Dies ist unser letzter brennstoff vor Weihnachten. In der Weihnachtsbotschaft steckt eine Ursehnsucht: Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind.
Friede braucht Gerechtigkeit. Unsere Afrika-Projekte machen das Leben für zehntausende AfrikanerInnen dort und da ein bisschen leichter. In ihrem Namen wollen wir euch schon im Vorhinein für euren guten Willen und die weitere unerschütterliche Solidarität und Hilfsbereitschaft danken.
AFRIKA BEKOMMT
30 Milliarden Dollar »geben« die reichen Länder an Hilfe
AFRIKA ZAHLT ODER VERLIERT
21 Milliarden Dollar für den Schuldendienst; oft für verantwortungslose Kredite
46,3 Milliarden Gewinn, gemacht von multinationalen Konzernen
3 Milliarden für Überweisungsgebühren aller Art
17 Milliarden Dollar für illegale Abholzungen
35,3 Milliarden Dollar durch Steuerflucht, erleichtert durch Steuerparadiese
6 Milliarden Dollar für Fachkräfte in Medizin und anderen Fachbereichen
36,6 Milliarden für Schäden durch Klimawandel
25,4 Milliarden für Kredite von anderen Staaten
1,3 Milliarden für illegalen Fischfang
SUMME: AFRIKA ZAHLT ODER VERLIERT PRO JAHR 192 MILLIARDEN DOLLAR
AFRIKA BEKOMMT HILFE IN SUMME PRO JAHR 30 MILLIARDEN DOLLAR
AFRIKA-SPENDENKONTO lautend auf
Heinrich Staudinger für Afrika
Kennwort: brennstoff 38
Konto-Nr. 1.370, Raika 32415
IBAN AT18 3241 5000 0000 1370
BIC RLN WAT WWO WS