Unsere Maasai-Freunde Emmanuel Killel und Lemayan Ole Sito sind mit ihrer NEXT GENERATION die Chefs der Walking Safaris. Wir von GEA verstehen uns dabei als unterstützende Werbe- und Kommunikationsplatt form. Im November hat Melanie Tassev die beiden ins winterliche Öster reich eingeladen. Jetzt sind sie wieder zurück in ihrer Heimat und wir haben eine »barua wa upepo« ( Brief des Windes – so heißt eine E-Mail auf Kisuaheli ) von Emmanuel bekommen:
Liebe Freunde, es ist schon eine Zeitlang her, dass ich aus eurem schönen Land Österreich heimgekehrt bin und ich muss oft daran denken. Bei meiner Ankunft in Europa war ich überwältigt von den vielen Eindrücken. Die erste Überraschung war das kalte Wetter bei der Landung am Flughafen in Wien. Ich hatte noch nie in meinem ganzen Leben so kaltes Wetter erlebt. Ich war sehr glücklich, als ich die Ankunftshalle am Flughafen betreten habe und von so vielen Freunden herzlich empfangen wurde. Ab diesem Moment fühlte ich mich, als ob ich nach Hause komme, in ein anderes Zuhause, nämlich Österreich.
Was mir bei euch besonders aufgefallen ist, ist euer extrem hoher Lebensstandard. Außerdem haben die Menschen in Österreich eine Computer-Mentalität: Überall High-Tech-Geräte, Computer mit zwei Bildschirmen und Kommunikation über ein unglaublich schnelles Internet. Die Menschen haben so viele Termine und sie hetzen von einem Termin zum nächsten, von der Arbeit nach Hause, von der Firma zu einer Party, von alten Freunden zu neuen Freunden.
Euer Land ist technisch so weit entwickelt, dass sogar die Bauern Maschinen benutzen, um die Kühe zu melken, zu füttern oder den Stall zu reinigen. Ich fühlte mich wirklich in eine High-Tech-Welt versetzt. Aber eines fand ich besonders verstörend: Den hektischen Rhythmus der Menschen. Ich bekam immer mehr Heimweh, wenn ich an meine geliebte Heimat im Maasailand in Afrika dachte, ganz besonders abends.
Jetzt finde ich langsam wieder in meinen gewohnten Lebensrhythmus zurück. Ich bete zu Gott, dass eines Tages unsere armen Länder in Afrika sich auch zu einem so hohen Lebensstandard entwickeln, aber dass wir durch den Fortschritt der Technologie und der Zivilisation nicht unserer Seele beraubt werden; dass unserem Volk seine faszinierende Kultur nicht verloren geht und dass unsere Vergangenheit festgehalten wird, bevor alles verloren geht, denn wir Maasai leben in einer anderen Welt, die sich heute noch viel mehr als vor zwei-, dreihundert Jahren vom Leben in Europa unterscheidet.
Ich bete aber auch für alle meine Freunde in Europa, die ihr das heutige europäische Leben lebt.
Liebe Freunde, ihr dürft euch von der Geschwindigkeit der Dinge nicht überwältigen lassen. Mit all euren Terminen und Treffen dürft ihr die menschliche Seite der Dinge, den Menschen in euch selbst und in euren Brüdern und Schwestern nicht vergessen – denn dafür sind wir geboren. Bei euch und bei uns im Maasailand. Gott lacht vielleicht ein bisschen über uns, weil wir denken, dass wir so wichtig sind und dass wir keine Zeit haben ...
Verzeiht mir. Ich wollte niemanden durch meine Kritik verurteilen. Meine Reise nach Europa war sehr schön und erfüllend und ich glaube, dass wir alle Chancen auf eine glückliche Zukunft haben. Danke an Heini und die Firma GEA für die Bewerbung unserer Walking Safaris seit nunmehr sieben Jahren. Und danke auch den vielen BesucherInnen unserer Walking-Safari-Infoabende für ihr großes Interesse. Karibu Afrika. Wir freuen uns darauf, euch unsere Heimat, das Maasailand, zeigen zu dürfen.
Mit lieben Grüßen, euer
Emmanuel Parnasaki Ole Killel
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