Niemand sucht aus
Wir sind erst vor wenigen Wochen aus Afrika zurückgekommen. Wir waren bei unseren Projekten in Äthiopien, Kenya und Tanzania. Es ist erschreckend, wie deutlich uns in diesen zwei Wochen die Folgen des Klimawandels bewusst wurden.
Der Süden von Kenya wird von unglaublichen Regenfällen heimgesucht, obwohl dort jetzt eigentlich die kleine Trockenzeit sein sollte; und in Afar, einer der heißesten Gegenden der Erde, im Norden Äthiopiens gelegen, herrscht eine unvorstellbare Dürre. Dort hat es seit eineinhalb Jahren kaum geregnet. Die Afar sind Pastoralists und leben noch weitgehend die Nomadenkultur ihrer Vorfahren. In diesem von Kargheit, Klima und Entbehrungen geprägten Leben tragen die Frauen die Hauptlast. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Beschaffung des Wassers für ihre Familien und das ist nicht einfach der Gang zum Brunnen oder zur nahen Wasserstelle. Die Dürre hat die Wege zu den Wassertümpeln unvorstellbar weit gemacht. 16 Kilometer hin und 16 Kilometer zurück gehen diese Frauen Tag für Tag, um das täglich benötigte Trinkwasser für ihre Familien heimzubringen.
Ihre Wasserbehälter sind mit Schnüren geschlossene ganze Ziegenhäute. Die halten das Wasser auf dem langen Weg auf natürliche Weise frisch und haben zusätzlich noch die wunderbare Eigenschaft, dass sie Keime weitgehend abtöten. Plastikbehälter können das bei Temperaturen um die 50 Grad nicht. Das Leben der Afar-Frauen ist für uns so unvorstellbar hart und dennoch haben sie Tag für Tag auf ihren langen Wassermärschen die Gewissheit, dass das, was sie machen, sinnvoll ist und dem Leben dient.
Die Menschen in Afrika sind häufig auf Gedeih und Verderb der Natur ausgeliefert und es ist geradezu zynisch, dass ausgerechnet diejenigen, die die Klimaveränderung nicht verursacht haben, am härtesten darunter zu leiden haben.
Wir sind dankbar, dass wir mit euren Spendengeldern Zeichen der Verbundenheit setzen dürfen. Jeder gespendete Euro geht ohne irgendwelche Abzüge in unsere Projekte. Und vergessen wir nicht: Helping other people helps us. In diesem Sinne: Danke für eure Spenden! Die Afrika-Spenden-Konto-Nummer steht rechts unten.
Die Sorge um das gemeinsame Haus
Ich war in Freistadt zu einer ziemlich klassen Veranstaltung eingeladen. Es ging um die Eröffnung eines Reparatur-Cafes und um ... irgendwie ging es um »alles« ... es ging, wie in der Enzyklika »Laudato si«, um die »Sorge für das gemeinsame Haus«; im Falter habe ich in einer Rezension über diese Enzyklika folgendes gelesen:
»Es geht nicht um einzelne ökologische Probleme, seien sie auch noch so bedrohlich. Die Enzyklika legt dar, dass globale ökologische Probleme wie der Klimawandel und globale soziale Probleme wie die Entrechtung von Kleinbauern und die immer größere Kluft zwischen Arm und Reich nur zwei Seiten derselben Medaille sind: das Selbstverständnis des Menschen als allmächtigen Herrscher über alles ›andere‹, sei es als Herrscher über die Schöpfung oder eben als Herrscher über andere, schwächere Menschen.
Die Lösung der drängenden ökologischen und sozialen Probleme unserer Zeit kann daher nur in einem neuen Selbstverständnis des Menschen als integraler Teil der Schöpfung liegen.«
»Irgendwie« ist es in Freistadt an diesem tollen Abend genau um das gegangen. Wie schön, wie schön, dass wir darin jetzt mit Papst Franziskus einen starken Bündnispartner haben.
AFRIKA-SPENDENKONTO lautend auf
Heinrich Staudinger für Afrika
Kennwort: brennstoff 43
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