Liebe Freundinnen, liebe Freunde!
Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um hier möglichst viel Geld zu machen. Auch nicht wegen Auto, Haus oder Karriere. Nein. Das einzig sinnvolle Ziel unserer Lebensreise ist: Mensch zu sein, Mensch zu werden. Unsere Alltagskultur – mit all den Verführungen der Konsumgesellschaft – führt oft in die Irre, führt eher weg vom Ziel.
Oft ist es ein bisschen so, dass wir erst dann, wenn wir uns von diesem Ziel schon richtig weit entfernt haben, schmerzhaft erkennen, dass wir schon viel zu weit weg sind. In dieser Phase, wo wir das erkennen, ist es dann entscheidend, ob wir von der Droge »Konsum« lassen können und noch Kraft genug haben, um uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Traurig wird’s dann, wenn wir ahnen, wohin wir sollten, aber schon so geschwächt sind, dass uns die Kraft für die Umkehr fehlt.
In dieser seltsam schwierigen (zuviel ist auch schwierig) Lage ist die Stille eine wertvolle Hilfe. Unsere Welt ist übervoll mit Geräuschen. Radio, Fernsehen, Arbeitswelt, Verkehr und dann noch die eigene Rastlosigkeit mit all ihren inneren Geräuschen. Nirgendwo gibt es einfach Ruhe. Nicht innen, nicht außen. Wenn man aber ein bisschen eine Idee bekommen möchte, wer man denn so sei auf dieser Welt, wohin denn die Lebensreise führen mag, dann ist, so glaube ich ganz fest, die Stille eine notwendige Bedingung. Es muss ruhig sein (und ruhig werden in mir), wenn ich irgend etwas von meinen tieferen Wurzeln und der dort schlummernden (oder grad wieder erwachenden) Sehnsucht erahnen will.
Ich glaube, dass sich die Frage »Wer bin ich denn?« gar nicht so sehr in Worten und Gedanken äußern muss. Es kann auch »nur« eine tiefe, stille Ahnung sein, wo ich berührt bin von dem, dass ich das Wesentliche nicht verstehe. Wo ich merke, dass ich das »Woher-komme-ich?« und das »Wohin-gehe-ich?« nicht erfassen kann und mich dennoch als ein Teil allen Lebens fühle. Inmitten von Milliarden Menschen einer. Hier auf dieser Erde gelandet. Eingebettet im unfassbaren Universum. Einmal einsam, das andere Mal in Gemeinschaft verbunden.
Wie auch immer.
Horch!
Stille.
An dieser Stelle möchte ich unserem Seminarleiter Christoph Singer danken, der mich gelehrt hat, dass man Stille üben kann. Stille ist eine große Kraftquelle. Stille zu üben, lohnt sich.
Das meint im Ernst
Euer Heini
PS: Vor wenigen Wochen war ich zum Entrepreneurship Summit in Berlin eingeladen, um über meine Ideen zum Unternehmertum zu referieren. Der – nicht von mir gewählte Titel lautete: »Der widerborstige Schuhproduzent«. Im Saal waren 1.500 Unternehmer und solche, die es noch werden wollen. Es herrschte eine ganz wache Aufmerksamkeit. So eine Aufmerksamkeit ist der wichtigste Brennstoff für einen Redner. Brennstoffe sind Energieträger. Und was in so einer energiegeladenen Atmosphäre entstehen kann, könnt ihr euch auf einem Video auf youtube ansehen. Youtube-Suche: Entrepreneurship Summit Heini Staudinger