Zwischen Widerstand, Flucht und Exil – Emmanuel Mbolelas Kampf für Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung

 

»Emmanuel Mbolelas Buch ist deshalb so beeindruckend, weil es nicht nur ein Buch der mutigen, detailgenauen Brandmarkung ist, sondern auch ein Buch der unausrottbaren Hoffnung. Ein Buch des Widerstandes, des Aufstandes des Gewissens.«

JEAN ZIEGLER

Im Mai 2014 erschien im Wiener Mandelbaum-Verlag die erste Auflage des Buches „Mein Weg vom Kongo nach Europa – zwischen Widerstand, Flucht und Exil“ des Autors und Aktivisten Emmanuel Mbolela. Seitdem sind nun mehr als drei Jahre vergangen – und die Zwischenbilanz ist durchaus beeindruckend: das Buch musste mehrmals nachgedruckt werden, dutzende Rezensionen sind erschienen, des weiteren absolvierte der Autor über 300 Lesungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Holland, Frankreich und Portugal.

Das anhaltende Interesse an Mbolelas Buch ist äußerst begrüßenswert, gleichzeitig aber auch bitter notwendig: steht doch die persönliche Fluchtgeschichte und politische Autobiographie des Autors quasi paradigmatisch für abertausende Flüchtlinge und Migrant_innen, denen heute der Zutritt zur Europäischen Union verwehrt wird.

Emmanuel Mbolela wurde 1973 in der Demokratischen Republik Kongo geboren und begann sich bereits als Schüler in seiner Heimatstadt Mbujimayi im Zentrum des Landes gegen den damaligen Langzeitdiktator Mobutu politisch zu engagieren. Als nach der Machtübernahme durch Laurent-Desiré Kabila Ende der 1990er Jahre die Hoffnungen auf Demokratisierung und Frieden schnell verflogen waren, setzte er seine Aktivitäten fort und begann, sich in der Jugendsektion der Oppositionspartei UDPS (Union für Demokratie und sozialen Fortschritt) zu engagieren.

Der 17. April des Jahres 2002 sollte dem Leben Mbolelas eine drastische Wende geben: im Zuge einer Großdemonstration in Mbujimayi wurde er gefangengenommen, eingesperrt und gefoltert. Zwei seiner engen Mitstreiter starben an diesem Tag, getroffen von den Kugeln der Polizei. Mbolela musste Hals über Kopf fliehen und verließ das Land in Richtung Brazzaville. Nach unzähligen Strapazen erreichte Mbolela Marokko – doch auch dort war die Situation für subsaharische Migrant_innen geradezu unerträglich: Aus diesem Grund beschloß Mbolela sein Engagement für Menschenrechte wieder aufzunehmen und gründet im Jahr 2005 gemeinsam mit anderen Reisenden die erste Organisation subsaharischer Migrantinnen und Migranten, die ARCOM (Vereinigung der kongolesischen Migrant_innen und Asylsuchenden in Marokko). Mit dieser Organisation führten sie entschlossene und zum Teil spektakuläre Aktionen durch: sie mobilisieren die subsaharischen Geflüchteten zu einer Blockade vor dem Sitz des UNHCR und besetzen in Rabat eine Kirche, um auf ihre unerträgliche Situation aufmerksam zu machen. Im Jahr 2008 endlich gelang es Mbolela, mit einem Resettlement-Programm des UNHCR das Land zu verlassen und legal nach Europa zu reisen. Heute lebt er in Holland und ist im transnationalen Netzwerk Afrique Europe Interact (AEI) engagiert.

Angesichts der aktuellen Lage haben sich Emmanuel Mbolela und seine Mitstreiter_innen dazu entschlossen, konkrete Hilfsmaßnahmen für die subsaharischen Frauen zu ergreifen, die in Marokko von Gewalt betroffen sind. Für sie wurde im Februar 2015 ein Schutzhaus mit dem Namen Baobab aufgebaut. Es bietet rund 30 Frauen mit ihren Kindern Platz – der Bedarf ist jedoch noch viel größer und nimmt auch ständig zu.

Anfragen für Lesungen und Diskussionen mit Emmanuel Mbolela und seinem Buch können gerne per email an uns gerichtet werden: da.behr@reflex.at

Emmanuel Mbolela: „Mein Weg vom Kongo nach Europa – Zwischen Widerstand, Flucht und Exil“. Mit einem Vorwort von Jean Ziegler – 4. Auflage, Mandelbaum-Verlag.

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