Lernen von Afrika: Ubuntu - Ich bin, weil du bist
Lernen von Afrika: Ubuntu - Ich bin, weil du bist
Heini Staudinger | 18.01.2024 | 2 Minuten

Ubuntu bezeichnet eine Lebensphilosophie, die im alltäglichen Leben aus afrikanischen Überlieferungen heraus vor allem im südlichen Afrika praktiziert wird. Das Wort Ubuntu kommt aus den Bantusprachen der Zulu und der Xhosa und bedeutet in etwa „Menschlichkeit“, „Nächstenliebe“ und „Gemeinsinn“ sowie die Erfahrung und das Bewusstsein, dass man selbst Teil eines Ganzen ist.

Damit wird eine Grundhaltung bezeichnet, die sich vor allem auf wechselseitigen Respekt und Anerkennung, Achtung der Menschenwürde und das Bestreben nach einer harmonischen und friedlichen Gesellschaft stützt, aber auch auf den Glauben an ein „universelles Band des Teilens, das alles Menschliche verbindet“. Die eigene Persönlichkeit und die Gemeinschaft stehen in der Ubuntu-Philosophie in enger Beziehung zueinander.

Mamphela Ramphele im Interview

Mamphela Aletta Ramphele ist südafrikanische Ärztin, Geschäftsfrau und Politikerin. Sie arbeitete als Ärztin unter der Apartheid und wurde aus ihrer Heimat verbannt. Sie war Partnerin des später ermordeten Widerstandskämpfers Steve Biko. Nach dem Ende der Apartheid gründete sie die Partei Agang South Africa und arbeitete als Managing Director bei der Weltbank. 2018 wurde Ramphele zur Co-Präsidentin des Club of Rome gewählt.

Wie sehr hat Sie dabei Ihr Kampf gegen die Apartheid in Ihrem Land geprägt?

Ich spreche als jemand, die in den 1960er Jahren in Südafrika gegen die Apartheid gekämpft hat. Wir haben uns selbst befreit: Wir haben verstanden, dass die schwarze Bevölkerungsmehrheit nur deshalb von der weißen Minderheit unterdrückt werden konnte, weil sie die weiße Vorherrschaft akzeptiert hat. Die weißen Rassisten hatten die Waffen, aber sie brauchten auch die Duldung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit. Das Black Consciousness Movement, das wir als Studenten ins Leben riefen, mobilisierte Menschen im ganzen Land, sich aus der mentalen Sklaverei zu befreien.

Was heißt das für die globale Politik der Nachhaltigkeit?

Die postkolonialen Bürger und Bürgerinnen auf der ganzen Welt müssen sich von den korrupten Regierungen befreien, die weiterhin die nationalen Ressourcen zum Nutzen kleiner Teile der Eliten ausplündern, wie es die früheren Kolonialherren taten. Europa und Afrika haben die Möglichkeit mit Herzenswärme zusammenzuarbeiten.

AFRIKA-SPENDENKONTO lautend auf:

Heinrich Staudinger für Afrika
Kennwort: MENSCHHEITSFAMILIE
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