Tuvalu versinkt im Meer — „Mit jeder Insel stirbt ein Stück von uns“ | Steigender Meeresspiegel durch Klimawandel

Bild oben: Tuvalus versinkende Inseln: Hauptinsel Funafuti
(aktuelles Agenturfoto: @ Sean Gallagher / Eyevine / picturedesk.com)

Tuvalu versinkt im Meer —
„Mit jeder Insel stirbt ein Stück von uns“

Der Meeresspiegel steigt. Der Klimawandel bedroht jetzt pazifische Inseln, die bald untergehen. So das Inselreich Tuvalu.

 

Tuvalu ist ein kleines Inselreich im Pazifischen Ozean, das schon bald auf immer in den Fluten des Ozeans versinken wird. Ursache ist der menschgemachte Klimawandel, der den Meeresspiegel bereits jetzt stetig steigen lässt.

Allerspätestens in achtzig Jahren wird es für Tuvalu so weit sein. Die neun Inseln und Atolle werden unbewohnbar werden. Und die dort lebenden rund 10.000 Menschen, Polynesier und Mikronesier, werden anderswo eine neue Heimat brauchen. Denn die Landflächen Tuvalus liegen im Schnitt nur 1,5 Meter über dem Meer. Und ihre höchste Stelle ist gerade mal 4,6 Meter hoch.

Wie äußert sich’s? Schleichend und doch immer deutlicher. Straßen und Flächen stehen immer öfter unter Wasser. Immer häufiger und stärker wird Tuvalu von Stürmen heimgesucht. Die Böden versalzen. Die traditionelle Taro-Wurzel lässt sich auf Tuvalu jetzt nur noch in Behältern pflanzen. Aber – wie es Tuvalu ergeht, genauso ergeht es jetzt auch anderen bewohnten pazifischen Inseln; z.B. den Cartaret-Inseln oder der Krabbeninsel (Gardi Sugdub) vor Panama.

„Mit jeder Insel stirbt ein Stück von uns“

„Wir haben bereits zwei Inseln verloren. Eine 2017, eine andere erst Anfang des Jahres“, berichtete Nanoua Lilivau Ewekia, eine Zwanzigjährige aus Tuvalu, beim Jugend-Klimagipfel der UNO jetzt im September in New York. „Unser Land gehört zu den kleinsten der Erde. Wir dürfen nicht vergessen werden. Wir sind da. Unser Land ist vom Klimawandel betroffen wie kaum ein anderes.“

Und sie fuhr fort: „Mit jeder Insel stirbt ein Stück unserer Kultur, ein Stück von uns. Irgendwann wird es Tuvalu nicht mehr geben. Wir werden fliehen müssen in andere Länder. Wir fragen uns, ob wir dort akzeptiert werden, wie wir sind. Oder ob wir alles verlieren, was uns ausmacht, unsere Identität, unsere Sprache.“

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Artikelfoto: Tuvalus versinkende Inseln: Hauptinsel Funafuti
(aktuelles Agenturfoto: @ Sean Gallagher / Eyevine / picturedesk.com)

 

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