Roma-Bürgermeister Laszlo Bogdan Gast beim GEA-Pfingstsymposium 2019

Artikel-Bild: Internationale Flagge der Roma / O styago le romengo –
Das Blau in der Roma-Flagge steht für Himmel, Freiheit, Spiritualität und Ewigkeit;
das Grün für Natur, Erde, Fruchtbarkeit und Leben;
das Speichen-Rad (Chakra) für Mobilität, Fortschritt und die indischen Wurzeln.

Roma-Bürgermeister Laszlo Bogdan Gast beim GEA-Pfingstsymposium 2019

Der Roma-Bürgermeister von Cserdi in Südungarn, Laszlo Bogdan, wird am GEA-Pfingstsymposium 2019 als Vortragender teilnehmen. Er gilt als Ungarns „unkonventionellster“ Bürgermeister. Der „resolute 41-Jährige“ hat sein Roma-Dorf, das „400 Seelen“ zählt, komplett umgekrempelt. War es früher ein Ort mit erhöhter Kriminalität, so blühen die Menschen dort jetzt auf.

Kooperative schafft Arbeit

Denn Laszlo Bogdan hat in Cserdi mit Mitteln der öffentlichen Hand eine Kooperative gegründet, in der die Roma und die anderen Ungarn des Dorfs Arbeit finden. Mit viel Tüchtigkeit und Erfolg wird in dieser Kooperative Gemüse angebaut – auf inzwischen 15 Hektar Feldern und in Gewächshäusern mit 3000 qm Fläche.

Das aber ist keineswegs alles. Laszlo Bogdan ließ Häuser sanieren, um dem Dorf aufzuhelfen; sowie eine Brücke bauen, um das Roma-Viertel mit dem Viertel zu verbinden, das die anderen Ungarn im Dorf bewohnen. Und alle Bürger des Dorfs kommen jetzt auf sein Amt, um mit ihm vieles zu besprechen.

Ein guter Bürgermeister für alle

Laszlo Bogdan ist für sie alle da. Keiner wird ausgeschlossen. Und so sind die Menschen in Cserdi, seit er seit 2006 Bürgermeister ist, eng zusammengewachsen. „Wie eine Familie“, sagen sie im Dorf. Die Roma und die anderen Ungarn leben hier in Gemeinschaft, in Freundschaft und Solidarität miteinander. Es funktioniert! Ganz im Unterschied zu vielen Teilen Ungarns, wo rechte politische Propaganda unentwegt die Angst vor den Roma schürt, um durch diese Vorurteile Macht über die Köpfe der Ungarn und dadurch politische Dominanz und politische Herrschaft über sie zu gewinnen.

Menschlichkeit schafft Akzeptanz

Doch der Roma Laszlo Bogdan ist aus ganz anderem Holz. Er hat Weitblick; und mit seiner Menschlichkeit erreicht er viel. Mit Überschüssen seiner Kooperative fährt er regelmäßig nach Budapest. Dort verteilen seine Roma aus Cserdi und er Lebensmittel an Bedürftige. Denn jeder Dritte in Ungarn ist arm. Die Alterspension liegt z.T. bei nur 140 Euro im Monat. „Ich glaube“, sagt Laszlo Bogdan, „das gute Beispiel weckt in jedem wohlmeinenden Menschen Akzeptanz und nicht Hass.“

Das „Wunder von Cserdi“

Als „Wunder von Cserdi“ wurde es in der ungarischen und europäischen liberalen Presse bezeichnet, was Laszlo Bogdan in seiner Gemeinde bereits bewirkte. Aber er hilft auch seinen Roma-Bürgern, sich im Leben neu zu orientieren und sich neu zu erfinden. So z.B. fährt er mit jungen Roma-Mädchen an die Universität Pec, um sie mit höherer Bildung vertraut zu machen. Oder er besucht mit jungen Roma-Männern oder Müttern den Knast, um ihnen deutlich vor Augen zu führen, wie fürchterlich mies es dort ist.

Der in Wien und Berlin lebende deutsch-ungarische Journalist Stephan Ozsváth hat die Geschichte des Roma-Dorfs Cserdi und seines Bürgermeisters Laszlo Bogdan recherchiert und für den ARD darüber berichtet. Und für uns den Kontakt zu ihm hergestellt.

Wir freuen uns sehr …

Wir freuen uns sehr, Laszlo Bogdan bei unserem Pfingstsymposium (7.-10. Juni 2019) begrüßen zu dürfen. Gewiss wird das sehr spannend, was er zu erzählen hat. Und auch der Radio-Journalist Stephan Ozsváth wird bei uns sein; und über die schwierige politische und soziale Situation im heutigen Ungarn berichten.

*****

 

weitere Infos zu Laszlo Bogdan und zum GEA-Symposium unter:
=> GEA-Pfingstsymposium 2019
=> ARD-Wien: Das Wunder von Cserdi
=> de.wikipedia: Artikel „Roma“

 

Artikel-Bild: Internationale Flagge der Roma / O styago le romengo – AdiJapan / wikimedia commons / gemeinfrei
Das Blau in der Roma-Flagge steht für Himmel, Freiheit, Spiritualität und Ewigkeit;
das Grün für Natur, Erde, Fruchtbarkeit und Leben;
das Speichen-Rad (Chakra) für Mobilität, Fortschritt und die indischen Wurzeln.

Meistgelesene Artikel
Short CutsMarianne Williamson

Unsere tiefste Angst

1 Minute

Short CutsVirginia Satir

Mein Bekenntnis zur Selbstachtung

3 Minuten

EssayChristoph Ransmayr

Europa! Herz der Finsternis

14 Minuten

ThemenartikelAndreas Wagner

Ins neue "WIR" – Gerald Hüther

4 Minuten

EditorialHeini Staudinger

Ausgabe 54

2 Minuten

EssayUrsula Baatz

Kain und Abel

4 Minuten

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen