„Räum deinen Mist weg, Shell!“ – Greenpeace-Aktion in der Nordsee gegen Shell

Bild oben (mit freundlicher Genehmigung von Greenpeace):
Greenpeace Proteste an Shell Brent-Oil-Plattformen in der Nordsee vor wenigen Tagen | @ Marten van Dilj / Greenpeace

„Räum deinen Mist weg, Shell!“
Greenpeace-Aktion in der Nordsee gegen Shell

Der Ölkonzern Shell will die kontaminierten Reste vier alter Erdöl-Bohrinseln in der Nordsee nun nicht mehr entsorgen. Die „Rainbow Warrior“ von Greenpeace stach also wieder in See.

Mit einer erneut spektakulären Protestaktion hat Greenpeace vor wenigen Tagen in der Nordsee auf eine weitere drohende Umweltsünde des Ölkonzerns Shell aufmerksam gemacht. Laut eigenen Angaben, so Greenpeace, beabsichtigt Shell, die Reste von vier ihrer Erdöl-Förderplattformen (Bohrinseln) in der Nordsee nicht mehr zu entsorgen, sondern einfach verrotten zu lassen.

In den Plattform-Resten sind jedoch mehr als 11.000 Tonnen Erdöl-Rückstände gebunden (in Form ölhaltigen Wassers und ölhaltiger Sedimente), die Shell nach geltendem Recht (OSPAR-Vertrag) auf eigene Kosten entsorgen müsste und die, wenn dies nicht geschieht, nach und nach in die Nordsee gelangen und diese umweltschädigend mit Erdöl verschmutzen würden. Laut Greenpeace sei außerdem die neue britische Brexitregierung (unter Boris Johnson) gewillt, Shells völkerrechtswidrige Pläne zu genehmigen.

„Shells Pläne sind ein Skandal!“

„Shells Pläne sind ein Skandal!“, so Greenpeace-Meeresbiologe Christian Bussau. 1998 hätten die Anrainerstaaten der Nordsee und des Nordostatlantiks (OSPAR-Staaten) sich auf ein Verbot solchen Vorgehens völkerrechtlich geeinigt. „Das Öl in den Betonsockeln der Plattformen wird irgendwann ins Meer gelangen. Shell hinterlässt eine tickende Zeitbombe!“, so Bussau weiter.

„Räum deinen Mist weg, Shell!“

Bei der Protestaktion in der Nordsee hissten Greenpeace-Aktivisten aus Deutschland, den Niederlanden und Dänemark Transparente auf den abgewrackten Bohrinseln von Shell – mit Aufschriften wie „Clean up your mess, Shell!“ („Räum deinen Mist weg, Shell!“) und „Shell, the Ocean is not your dump“ („Shell! Der Ozean ist nicht deine Müllkippe!“). Die Reste der Bohrinseln wurden mit dem Schiff „Rainbow Warrior“ von Greenpeace angefahren und erreicht. Dann kamen Schlauchboote zum Einsatz.

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Artikelfoto (mit freundlicher Genehmigung von Greenpeace):
Greenpeace Proteste an Shell Brent-Oil-Plattformen in der Nordsee
„Clean up your mess, Shell!“ (Oktober 2019)
— @ Marten van Dilj / Greenpeace

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