Heini Staudinger gratuliert Globalisierungskritiker Jean Ziegler zum 86. Geburtstag

(Bild oben:) Globalismuskritiker Jean Ziegler bei einem seiner Aufenthalte in Wien
(Agenturfoto: © Karl Schöndorfer / picturedesk.com)

Heini Staudinger gratuliert
Jean Ziegler zum 86. Geburtstag

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April 1934 … a star, a man, a human being was born
… all the best … all the best
Viel Glück und viel Segen und auf all deinen Wegen.

Lieber Jean Ziegler,

das Getöse rund um Corona ist so „unheimlich“ laut, dass man neben diesem Getöse (fast) nichts mehr zu hören bekommt.

  • nichts mehr von den Flüchtlingen auf Lesbos (siehe den Auszug aus Jean Zieglers Buch über die „Schande Europas“ ganz unten)
  • nichts mehr vom Wirtschaftskrieg im Kongo
  • nichts mehr von der Zerstörung der Wälder im Amazonas und auch nicht davon, dass sie dort die Waldschützer einfach umbringen. Z.B. den Waldschützer Paulino Guajajara durch Kopfschuss (siehe den Artikel ganz unten)

Neben dem Corona-Getöse ist die Freude über Ihren Geburtstag nicht in gebührender Weise hörbar, obwohl Sie für mich – und nicht nur für mich – zu den wertvollsten Persönlichkeiten Europas gehören. Ihre Stimme ist laut und wichtig, denn sie fordert unermüdlich Solidarität zu den Schwachen und Abgehängten, – jetzt im Besonderen zu den Flüchtlingen, die vor den „Mauern“ Europas auf Asyl und Hilfe hoffen. Diese Solidarität ist dringend NOT-wendig, wenn wir nicht in die totale Barbarei verfallen wollen.

In inniger Verbundenheit singen wir heute umso lauter:
VIEL GLÜCK UND VIEL SEGEN AUF ALL DEINEN WEGEN!

 

Lieber Jean Ziegler,

wir wünschen Ihnen Alles, Alles Gute zu Ihrem heutigen Geburtstag.

Heini Staudinger and friends

PS: Danke, dass Sie uns versprochen haben, zu uns ins Waldviertel zu kommen. Wir freuen uns sehr, sehr, sehr darauf. Eines Tages wird auch Corona wieder vorbei sein und dann ist alles frei … bis bald, hi hei

PPS: „Die Schande Europas“ gehört zu den ganz wichtigen Büchern des heurigen Jahres. Es ist neben den Corona-Wellen fast untergegangen. In „The power of shame“ findest du eine „Kostprobe“, die uns auch einen Weg weist, welchen Beitrag wir als Zivilgesellschaft zu leisten imstande sind. … Yes, we can. Hi

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1. THE POWER OF SHAME …

Letztes Kapitel von Jean Zieglers neuem Buch „Die Schande Europas“ … Benjamin Franklin: hinter uns steht eine beträchtliche und unvergängliche Macht: die Macht der Schande (the power of shame)

1776 wurde Benjamin Franklin zum ersten Botschafter der jungen amerikanischen Republik in Frankreich ernannt. Er war damals 70 Jahre alt. Franklin, zusammen mit Thomas Jefferson Verfasser der am 4. Juli 1776 in Philadelphia unterzeichneten Unabhängigkeitserklärung mit der vorangestellten ersten Menschenrechtserklärung, genoss in Paris ein immenses Ansehen in den vorrevolutionären Kreisen und literarischen Salons.

Das mitten im Viertel Saint-Germain-des-Prés gelegene Café Procope war der bevorzugte Treffpunkt der jungen Revolutionäre. Franklin war dort Stammgast. Eines Abends trat ein junger Mann an den Tisch des berühmten Gelehrten, der dort speiste, zog ihn am Ärmel und stellte ihn lautstark zur Rede: »Die Welt ist nichts als Ungerechtigkeit und Elend. Wo bleibt die Sanktion? Hinter eurer Erklärung, Herr Franklin, steht keinerlei Justiz oder Militärgewalt, die Respekt verschaffen könnte…« Franklin antwortete ihm: »Falsch, mein Freund! Hinter dieser Erklärung steht eine beträchtliche, unvergängliche Macht: die Macht der Schande [the power of shame].«

Der junge Mann war ein Rechtsanwalt von 20 Jahren – Georges Danton. Die Europäische Union ist eine demokratische Konstruktion. Es gibt keine prinzipielle Ohnmacht in der Demokratie. Wir, die Bürgerinnen und Bürger, verfügen über die Macht der Schande. Es ist an uns, die Machtverhältnisse zu verändern. Wir müssen die öffentliche Meinung mobilisieren und unseren Kampf organisieren. Der Strategie der Abschreckung, die die moralischen Grundlagen Europas zerstört, den Krieg erklären.

Wir, die Völker Europas, müssen dafür sorgen, dass die europäischen Zahlungen an die flüchtlingsfeindlichen Staaten sofort beendet werden. Überall auf dem Kontinent müssen wir für die strikte Einhaltung des universellen Menschenrechts auf Asyl kämpfen.

Wir müssen die sofortige und endgültige Schließung aller Hotspots durchsetzen, wo immer sie sich befinden. Denn sie sind die Schande Europas.

 

2. Kopfschuss: Illegale Holzfäller töten indigenen Waldschützer

[Euronews/dpa] Im Amazonasgebiet im Norden Brasiliens ist ein führender indigener Waldschützer offenbar von illegalen Holzfällern durch einen Kopfschuss getötet worden – ein weiterer wurde verletzt. Beide gehören zum Stamm der Guajajara. Der erschossene Paulo Paulino Guajajara, auch bekannt als „Der Wolf“, wurde angegriffen, als er auf der Jagd war. Das zweite Opfer konnte verwundet fliehen.

Seit 2012 setzt sich eine von den Guajajara gegründete Gemeinschaft für den Schutz des Waldes vor Eindringlingen ein. Sie patrouilliert in einem riesigen Reservat. Die Zahl illegaler Holzfäller und Bergleute in den Reservaten nimmt zu, seitdem der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro angekündigt hat, geschützte Gebiete für die wirtschaftliche Entwicklung zu öffnen.

Die Guajajara sind mit rund 20.000 Mitgliedern eine der größten indigenen Gruppen in Brasilien. In der Vergangenheit sind immer wieder Guajajara ums Leben gekommen. 2018 war einer ihrer Waldschützer tot an einem Fluss gefunden worden.

 

 

Artikelfoto: Jean Ziegler bei einem seiner Aufenthalte in Wien
(Agenturfoto: © Karl Schöndorfer / picturedesk.com)

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