Gesundheit zuerst

Wir danken Prof. Dr. Maximilian Moser für diesen Artikel. Wir werden Woche für Woche weitere Beiträge für Gesundheit und die Gesundung von Mensch und Natur bringen.

Gesundheit zuerst

Stell Dir vor, Du fährst Dein Automobil abends in die Garage.

In der Nacht beginnt dieses von selbst,
• alle Dellen und Schrammen auszubessern, die im Laufe des Tages entstanden sind,
• frisches Öl für den Motor und alle Getriebe zu produzieren,
• die Luft in den Reifen aufzufüllen und die Reifen rundzuerneuern.
• Es erneuert auch das Kühler- und Scheibenwischwasser,
• die Servolenkflüssigkeit,
• putzt den Auspuff durch und
• erzeugt aus dem Rohöl, dass Du am Tag eingefüllt hast, Benzin und alle Stoffe, die es für seine Funktion benötigt.

Wusstest Du, dass Dein Körper jede Nacht alles das (und noch viel mehr) für Dich macht?
Jede Nacht

• wird Dein Organismus regeneriert, erneuert,
• die Stoffe aus der Nahrung erzeugt, die für die Körperfunktionen wichtig sind,
• Fremdkörper wie schädliche Bakterien, Viren und Krebszellen beseitigt,
• alle Sinnesorgane regeneriert und gereinigt,
• die Muskeln erholt und mit neuen Reserven ausgestattet,
• Knorpel und Knochen überprüft und erneuert,
• Gefäße und Lymphe durchgespült,
• das Gehirn mit einem eigenen Gefäßsystem durchgespült und gereinigt,
• Hautwunden geheilt und eingeebnet,
• die Tagesereignisse im REM Schlaf eingeordnet und sinnvoll abgespeichert,
• und vieles andere mehr.

Dieses Wunderwerk unseres Organismus ist also selbstregenerierend und selbstheilend und sorgt von selbst dafür, dass wir gesund und munter bleiben, wenn wir es zulassen. Was der Körper für dieses Meisterwerk benötigt, ist echtes, gesundes Essen ohne Giftstoffe, reines Wasser und saubere Luft, regelmäßige Bewegung, einen guten Lebensrhythmus und ausreichend Schlaf sowie ein förderndes soziales Umfeld.

„Krankenkassen“ hießen unsere Sozialversicherungsträger bis vor kurzem, und das waren sie auch.

Nun haben sie sich umbenannt in Gesundheitskasse, geben aber noch immer gefühlte 98% ihrer Einnahmen für Krankheiten aus. Und sinnvolle Präventionsmaßnahmen wie Kuren sollen möglichst eingestellt oder reduziert werden. Unser „Gesundheitssystem“ ist ein System des Krankheitsmanagements, Krankheiten werden verwaltet, statt von Grund auf verhindert.
Die Wege der Prävention wären einfach und sind mittlerweile gut erforscht:

Gesunde Ernährung; das heißt

– biologische Lebensmittel ohne Gift- und Kunstdüngereinsatz, möglichst naturnah, kleinräumig und lokal produziert, möglichst frisch und direkt zum Verbraucher gebracht [1, 2].

– Wertvolle Fette wie Olivenöl, Leinöl, Walnussöl, letztere entzündungshemmend durch Omega 3 Fettsäuren und damit präventiv gegen die meisten chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Arteriosklerose und Gelenkserkrankungen usw., Vermeiden von entzündungsfördernden Omega 6 und Transfetten [3, 4].

– Raus mit dem zugesetzten Zucker aus der Ernährung. Überall ist schon Zucker, auch wo er nichts verloren hat. Korrektur der Diätrichtlinien, die von Professoren geschrieben wurden, bestochen von der Zuckerindustrie (siehe dazu [5-7]).

– Bio-Gemüse und Obst statt tierische Nahrungsmittel, soweit als nur möglich, angesichts der für den Massenfleischverbrauch nötigen Massentierzucht und ihrer Folgen [8-10].

Liest man diese Ernährungsratschläge, so wird schnell klar, wem sie noch helfen – Sie könnten aus einem Ratgeber für Klimaschutz stammen: Ist die Nahrung bio, geht’s der Erde gut [11].

Gesunde Bewegung, frische Luft, Naturerlebnis; das heißt

– viel Zeit in der freien Natur verbringen, in maßvoller Bewegung – kein Marathonehrgeiz sondern Wandern und zügiges Gehen ist besonders gesund.

– täglich Bewegung, zB mit dem Fahrrad, zu Fuss, Treppe statt Lift , weiter weg vom Ziel parken und zu Fuss hingehen, Yoga, Eurythmie, Tai-Chi.

Rhythmus und gesunder Schlaf; das heißt:

– Regelmäßiges Essen, schlafen, Arbeit mit Pausen nach 1,5 bis 2 Stunden,

– Singen, Musizieren, Tanzen,

– Jahreszeiten wahrnehmen und Jahresfeste feiern,

– schwungvolles und entspanntes Leben mit weniger Stress.

– vor dem Einschlafen nicht Fernsehen, abends zur Ruhe kommen, Dankbarkeitstagebuch schreiben und Tagesrückblick machen.

– das Schlafzimmer zum schönsten und ruhigsten Ort der Wohnung gestalten.

Schönes soziales Feld; das heißt

– aktiv am häuslichen Frieden und Frieden am Arbeitsplatz arbeiten,

– Gespräche mit guten Freunden suchen,

– andere Menschen, wenn möglich, wertschätzend behandeln und nicht verletzen,

– gelegentlich eine Supervision aufsuchen,

– das eigene Verhalten reflektieren,

– bereit für ein therapeutisches Gespräch sein, wenn es notwendig ist.

Wenn wir all das wissen und Gesundheit so einfach ist, warum erzählt uns darüber unsere Gesundheitskasse, unser Gesundheitsminister, nichts?

Ich darf das nicht als rhetorische Frage stellen, sondern als eine tatsächliche Frage: Warum hören wir so viel über Krankheit von unserer Regierung und so wenig über Gesundheit?

Im nächsten Beitrag lesen wir mehr über Gesundheit, am Beispiel von Covid-19.

Im Buch „Kerngesund“ hat der Autor die eigenverantwortliche Bildung von Gesundheit als wichtigstes Anliegen der zukünftigen Medizin ausführlicher beschrieben.

Maximilian Moser: Kerngesund. Servus Verlag 2020

1 Abdelfattah, A., Wisniewski, M., Droby, S., and Schena, L.: ‘Spatial and compositional variation in the fungal communities of organic and conventionally grown apple fruit at the consumer point-of-purchase’, Hortic Res, 2016, 3, pp. 16047
2 Wassermann, B., Muller, H., and Berg, G.: ‘An Apple a Day: Which Bacteria Do We Eat With Organic and Conventional Apples?’, Front Microbiol, 2019, 10, pp. 1629
3 Givens, D.I., and Lovegrove, J.A.: ‘Higher PUFA and n-3 PUFA, conjugated linoleic acid, alpha-tocopherol and iron, but lower iodine and selenium concentrations in organic milk: a systematic literature review and meta- and redundancy analyses’, Br J Nutr, 2016, 116, (1), pp. 1-2
4 Parikh, M., Raj, P., Austria, J.A., Yu, L., Garg, B., Netticadan, T., and Pierce, G.N.: ‘Dietary flaxseed protects against ventricular arrhythmias and left ventricular dilation after a myocardial infarction’, J Nutr Biochem, 2019, 71, pp. 63-71
5 Kearns, C.E., Glantz, S.A., and Apollonio, D.E.: ‘In defense of sugar: a critical analysis of rhetorical strategies used in The Sugar Association’s award-winning 1976 public relations campaign’, BMC Public Health, 2019, 19, (1), pp. 1150
6 Kearns, C.E., Glantz, S.A., and Schmidt, L.A.: ‘Sugar industry influence on the scientific agenda of the National Institute of Dental Research’s 1971 National Caries Program: a historical analysis of internal documents’, PLoS Med, 2015, 12, (3), pp. e1001798
7 Kearns, C.E., Schmidt, L.A., and Glantz, S.A.: ‘Sugar Industry and Coronary Heart Disease Research: A Historical Analysis of Internal Industry Documents’, JAMA Intern Med, 2016, 176, (11), pp. 1680-1685
8 Dinu, M., Abbate, R., Gensini, G.F., Casini, A., and Sofi, F.: ‘Vegetarian, vegan diets and multiple health outcomes: A systematic review with meta-analysis of observational studies’, Crit Rev Food Sci Nutr, 2017, 57, (17), pp. 3640-3649
9 Kahleova, H., Levin, S., and Barnard, N.: ‘Cardio-Metabolic Benefits of Plant-Based Diets’, Nutrients, 2017, 9, (8)
10 Kim, H., Caulfield, L.E., and Rebholz, C.M.: ‘Healthy Plant-Based Diets Are Associated with Lower Risk of All-Cause Mortality in US Adults’, J Nutr, 2018, 148, (4), pp. 624-631
11 Springmann, M., Wiebe, K., Mason-D’Croz, D., Sulser, T.B., Rayner, M., and Scarborough, P.: ‘Health and nutritional aspects of sustainable diet strategies and their association with environmental impacts: a global modelling analysis with country-level detail’, Lancet Planet Health, 2018, 2, (10), pp. e451-e461

 

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