Europa-Bürgerinitiative angelaufen: „Bienen und Bauern retten“ („Save Bees and Farmers“)

Europäische Bürgerinitiative
„Bienen und Bauern retten“ angelaufen
(„Save Bees and Farmers“)

Bürgerinitiative für EU-Pestizideverbot und Ökologisierung der EU-Landwirtschaft ab sofort online unterzeichenbar. Global 2000, die Aurelia Stiftung, das Umweltinstitut München, der BUND u.a. haben sie organisiert. Mehr als 90 Organisationen aus 17 EU-Ländern unterstützen sie bereits.

 

Mehrere europäische NGOs haben sich zusammengetan und die Europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“ („Save Bees and Farmers“) ins Leben gerufen. Ab sofort kann man nun online diese Petition an die EU unterstützen. Gefordert werden Pestizideverbot und  Ökologisierung der Landwirtschaft in der gesamten EU. Die Unterzeichnung ist bis September 2020 möglich.

Ernährung sichern, heißt: Artensterben und Pestizide stoppen

Neben GLOBAL 2000 (Österreich), Aurelia Stiftung, Umweltinstitut München und BUND (Deutschland) haben die französische NGO Générationes Futures, die Netzwerke PAN Europe („Pesticide Action Network“) und Friends of the Earth Europe sowie der europäische Imkerverband E.P.B.A. die Bürgerinitiative „Save Bees and Farmers“ organisiert.

Sie stellt drei Kernforderungen an die EU-Kommission:

  1. EU-weiter Ausstieg aus synthetischen Pestiziden (vollständig bis 2035, zu 80 Prozent bis 2030)
  2. umfassende ökologisierende Maßnahmen in der EU-Landwirtschaft zur Erholung der Biodiversität und gegen das Artensterben
  3. Unterstützung von Bäuerinnen und Bauern (der kleinbäuerlichen Landwirtschaft) beim Übergang zur Ökologisierung

„Wer unsere Nahrungsmittelversorgung sicherstellen will“, bringt Global 2000 die Dringlichkeit der Bürgerinitiative auf den Punkt, „muss das Artensterben stoppen. Wer das Artensterben stoppen will, muss den Pestizideinsatz reduzieren. Wer den Pestizideinsatz reduzieren will, muss eine kleinteilige, ökologische Landwirtschaft fördern! Deshalb fordern wir von der EU-Kommission den LandwirtInnen einen Systemwandel zu ermöglichen, den Ausstieg aus synthetischen Pestiziden und die Förderung der Artenvielfalt.“

EU-Agrarpolitik muss Systemwandel einleiten

Zumindest 1 Mio. Unterschriften sind EU-weit erforderlich, um die Bürgerinitiative „Save Bees and Farmers“ und ihren Forderungskatalog zur Vorlage in der EU-Kommission und zur Anhörung im Europäischen Parlament zu bringen. Ziel ist es, demgemäße Gesetzesinitiativen der EU-Kommission herbeizuführen; und das neue EU-Landwirtschaftsprogramm 2021-2027 („Gemeinsame Agrarpolitik“, GAP) entsprechend konsequent ökologisch zu gestalten.

Es bedarf dringend eines „Systemwandels in der Landwirtschaft, um den weltweiten Zusammenbruch der Artenvielfalt zu stoppen“, heißt es seitens der Organisatoren der Bürgerinitiative ganz zu Recht. „Ein Viertel der Wildtiere in Europa sind stark bedroht, die Hälfte unserer Ökosysteme befindet sich in in einem kritischen Zustand und die Grundlage für unsere Ernährung ist in Gefahr.“

Hilfen für kleinbäuerliche Landwirtschaft

Besondere Unterstützung, so die Initiative „Bienen und Bauern retten“, soll der kleinbäuerlichen Landwirtschaft zukommen. Allein zwischen 2005 und 2016 hätten 4 Millionen (vor allem kleinere) Bauernhöfe in der EU zugesperrt – aufgrund „unfairen Wettbewerbs und mangelnder politischer Unterstützung“ und einer Agrarpolitik, die in der EU und genauso in den einzelnen EU-Staaten die falschen Rahmenbedingungen setzt.

Z.B. in Österreich, so Global 2000, seien es mittlerweile durchschnittlich täglich 7 (klein)bäuerliche Betriebe, die aufgeben, da sie dem Preisdruck in der (auf Menge, Größe und Profit orientierten) industriellen  Landwirtschaft nicht mehr gewachsen sind. Gerade aber die kleinbäuerliche, klein strukturierte Landwirtschaft biete die weitaus besseren strukturellen Grundlagen für eine nachhaltige, ökologisierte Landwirtschaft. Für den notwendigen Umstieg auf die Ökologisierung müsse die kleinbäuerliche Landwirtschaft unbedingt finanziell ausreichend unterstützt werden.

90 Organisationen aus 17 EU-Ländern als Unterstützer

Bereits mehr als 90 Organisationen aus 17 EU-Ländern haben sich der Europäischen Bürgerinitiative „Save Bees and Farmers“ angeschlossen – in Österreich die Österreichische Berg- und Kleinbauernvereinigung (ÖBV – via campesina), die Biene Österreich, der Österr. Erwerbsimkerbund und die ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt (AEGU); in Deutschland u.a. die Deutsche Umwelthilfe, die Farmers for Future Germany, der Dt. Imkerbund, ProBiene, die Immanuel Kant-Stifung und die Naturfreunde Deutschland.

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Artikelfoto: eigene Collage (© Brennstoff);
Vordergrund: Grafik „Bienen und Bauern retten“;
Hintergrundfoto: © filmfoto / istock.com

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