Editorial zur Ausgabe Brennstoff No. 60a

Ich habe es schon tausend Mal gesagt, dass ich Afrika bis zum Sterben dankbar sein werde. Denn in Afrika habe ich das Wichtigste für mein Leben gelernt. Nämlich, dass es im Leben nichts Wichtigeres gibt als das Leben. Es ist nicht der Konsum, – der ist höchstens eine Gefahr für die Seele. Es ist auch nicht das Geld, – Geld ist höchstens ein Werkzeug, das man manchmal gut brauchen kann, manchmal z. B. auch zum Helfen. Wir lassen uns immer wieder von „superwichtigen“ Zwängen fangen, währenddessen es trotzdem so ist, dass das Leben selbst das Wertvollste ist. Normalerweise denken wir nicht daran. Wir „brauchen“ ein tragisches Unglück, am besten in unmittelbarer
Nähe, – dann kapieren wir es, zumindest ein Weilchen lang, bis wir es wieder vergessen.

Where there is a problem,
community is the answer
Margaret Wheatly

Menschheitsfamilie … viele der großen Probleme/Aufgaben unserer Epoche werden sich erst lösen lassen, wenn wir s endlich kapieren, dass wir alle zu dieser einen Menschheitsfamilie gehören. Da macht es keinen Sinn der Agroindustrie zuzuschauen, wie sie die letzten gesunden Böden vergiftet (S. 7), oder die Afar verhungern zu lassen (S. 4), oder den Kongo (S. 10) weiter – auf Teufel komm raus – auszubeuten. Denn irgendwann holt uns dann selber der Teufel.

Man kann nicht allen helfen,
sagt der Hartherzige und
hilft keinem.
Marie Ebner-Eschenbach

Vor einem Jahr habe ich geschrieben, dass im Jahr 2020 aus vielen 300 Euro Spenden (manche gaben mehr, manche weniger) mehr als 100.000 Euro wurden. Nun blicke ich auf die letzten zwölf Monate zurück … ich kann es selber fast nicht glauben … aus hunderten von 300.- Euro Spenden „entstanden“ in Summe genau 402.941,49 Euro. (Schau bitte noch auf die Rückseite)

Wer will, dass die Welt so
bleibt, wie sie ist, der will
nicht, dass sie bleibt.
Erich Fried

„Die Morgenröte will ich wecken.“ Ich habe diesen Satz vor vielen Jahren in irgendeinem kommunistischen Zusammenhang kennengelernt. Nun wollte ich herausfinden, in welchem genau. Dabei bin ich draufgekommen, dass dieser Satz dem Alten Testament entstammt (Psalm 57,9). Er will uns sagen, dass nach der dunklen Nacht der Tag kommt, und dass wir was dafür tun können. Drum schreibt er WILL Er sagt nicht „schau ma amoi“. In diesem Sinne ist eines fix.
Wenn wir die Morgenröte gemeinsam wecken, wird s schneller hell.

Das meint im Ernst
Euer
Heini Staudinger
Herausgeber

PS.: Schenk auch du einen Flüchtlingsschuh.


Artikel dieser Ausgabe
Heini Staudinger

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