Editorial zur Ausgabe Brennstoff No. 60

Liebe Freundinnen, liebe Freunde!

Natürlich sind wir in der Pflicht. Wir spüren es alle, – wenn wir unsere Menschenpflichten nicht erfüllen, dann werden wir in einer ökologischen und sozialen Katastrophe landen. Ach, was rede ich da? – Die Katastrophe ist für viele unserer Geschwister der Menschheitsfamilie längst Wirklichkeit.

Es gibt nur eine Menscheitsfamilie.
Daniele Ganser, Historiker und Friedensforscher

Wir, die sogenannten hochentwickelten Länder, heizen Mutter Erde am meisten ein. Wir, die sogenannten hochentwickelten Länder, haben unstillbaren Appetit auf Ressourcen aller Art: Erdöl, Erdgas, Coltan, Kupfer …und billige Arbeit. Jedes Verbrechen ist recht, damit wir bloß an den „Stoff“ herankommen.

Wenn aber Vertriebene, Verfolgte, ihrer Not entfliehende Menschen vor unserer Tür stehen, dann hören sie hierzulande wie einst Josef und Maria in Bethlehem: „Hier ist kein Platz.“

Wir werden die Aufgabe vielleicht nicht vollbringen, aber wir haben nicht das Recht uns der Aufgabe zu entziehen.
Sprüche der Väter Pirke Avot, Kap. 2 Vers 21, Altes Testament

Markus Hinterhäuser, der Intendant der Salzburger Festspiele, sagte in einem Interview treffend und prägnant: „Wenn wir zurecht feststellen, dass in Afghanistan barbarische Zustände herrschen, dann müssen wir in der sogenannten zivilisierten, humanistisch geprägten Welt in der Lage sein, eine unseren Werten angemessene Antwort zu finden. Wir haben eine Verpflichtung zur Menschlichkeit. Wenn wir Menschen in ihrem Leid, in ihrer Not allein lassen, werden auch wir zu Barbaren.“

Am Tag der Unabhängigkeit von Mali sagte der junge Präsident zu den scheidenden Franzosen:
„Ihr gebt uns heute die Freiheit, aber ihr habt uns zu Sklaven des Appetits gemacht.“
20. Juni 1960

Achtung, – dieser Prozess ist im Gange. Wir wissen, dass im Mittelmeer Jahr für Jahr tausende Menschen ersaufen. Sie riskieren alles um der Not zu entkommen.… allein im Kongo mindestens sechs Millionen Tote im Wirtschaftskrieg um Bodenschätze, Krieg in Zentralafrika, Ursache – reiche Erdölvorkommen, Krieg in der Zentralsahara, Ursache – reiche Uranvorkommen … usw.

Wenn wir der Eskalation der sozialen und ökologischen Katastrophe(n) entkommen wollen, dann müssen wir die Fluchtursachen ernst nehmen; egal, welcher Natur diese sind.

Nie ist zu wenig, was genügt.
Seneca

Peter Turrini hat anlässlich des Republikjubiläums gesagt: „Was uns bedroht, sind nicht die Ozonlöcher, sondern die Arschlöcher.“ Da ist was dran. Trotzdem meine ich, dass die allermeisten Menschen viel lieber gute Menschen sind als ein A. Allerdings wird es ziemlich große Anstrengungen brauchen auch der Wirtschaft und der Politik klarzumachen, dass wir aus diesem zerstörerischen System heraus müssen. Dieser Unsinn muss aufhören. Wir sind in der Pflicht.

Das meint im Ernst
Heini Staudinger
Herausgeber

PS.: Schenk auch du einen Flüchtlingsschuh.

Artikel dieser Ausgabe
Heini Staudinger

Editorial zur Ausgabe Brennstoff No. 60

2 Minuten

Heini Staudinger

Karawane der Menschlichkeit

2 Minuten

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