Editorial zur Ausgabe Brennstoff No. 59

Liebe Freundinnen, liebe Freunde!

Die Wissenschaft kommt oft ziemlich breitspurig daher, – im Gehabe „wir wissen s“. Oft tut sie so, als hätte sie „alles im Griff“. Fabian Scheidler (siehe Seite 16 f) sagt dazu, „der größte Feind der Erkenntnis ist die Illusion des Wissens.“ Ich sag s manchmal ein bisschen anders, nämlich, „das größte Lernhindernis ist die Arroganz.“

„Wer und was wir sind, ist heute um keinen Deut weniger geheimnisvoll als zur Zeit der ersten Menschen. Die Wissenschaften haben dieses Rätsel nicht gelöst, sondern vertieft“ (Scheidler) Was ist der Mensch? Irgendwie sind wir alle von Sehnsucht getrieben diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Immer mit der Hoffnung nach einem sinnhaltigen Leben.

Peter Coreth hat für diesen Brennstoff die Hauptgeschichte geliefert (Seite 5 f.) In seinem Essay schildert er, wie er, nachdem ihm „der Absturz geglückt“ war, herumstreunend die Entdeckung machte, dass (alte, uralte) Kunstwerke zu ihm sprachen und ihm Antworten gaben, die er im geschäftigen Getriebe der modernen Zeiten nirgendwo finden konnte. Peter, Danke dir für deinen wunderbaren Beitrag. Außerdem freue ich mich sehr, dass du mit deinem „sprechenden“ Museum „Humanum“ in unserer Nähe daheim bist. Tipp an die LeserInnen: faszinierend, einzigartig …

Vom Museum Humanum nach Afrika ist es seltsamerweise gar nicht weit. Felwine Sarr, ein herausragender Denker Afrikas, sagt (S. 20 f) „Der Homo africanus ist keine Homo oeconomicus im strengen Sinn. Die Motive seiner Entscheidungen sind geprägt von Logiken der Ehre, der Umverteilung, der Subsistenz und der Gabe beziehungsweise der Gegengabe.“

„Es gibt ein unfehlbares Rezept, eine Sache gerecht unter zwei Menschen aufzuteilen: Einer von ihnen darf die Portionen bestimmen, und der andere hat die Wahl.“
Gustav Stresemann

Wir, die Europäaner (ein Freund aus Mali nennt die Europäer immer Europäaner), hatten das Teilen auch einmal drauf. So manches Sprichwort erinnert daran. Eines z. B. hat mir immer gefallen. – „Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude.“ Ja, Freud und Leid, und natürlich lässt sich dieses Teilen auch auf s Materielle ausweiten. Ob s wirklich stimmt? … das lässt sich leicht überprüfen. Man muss es nur ausprobieren.

Das meint im Ernst
Heini Staudinger

P.s.: Unsere Schuh-Schenk-Aktion läuft und läuft. Die Schenkenden freuen sich, die Beschenkten sind glücklich und wir sind auch froh, denn …
Schau auf Seite 23 … 300.000 Euro gespendet …

„Schaun Sie, wann wer kommt und er braucht’s und i hob’s, dann kriegt er’s auch. I tu gar ned viel nachdenk’n.“
Ute Bock
die legendäre Flüchtlingshelferin, Vorbild der Zivilgesellschaft

Artikel dieser Ausgabe
Heini Staudinger

Editorial zur Ausgabe Brennstoff No. 59

2 Minuten

Museum Humanum

1 Minute

Christian Koller

Der Stein, ein guter Lehrer

2 Minuten

Fabian Scheidler

Wer wir sind, bleibt offen

2 Minuten

Felwine Sarr

Afrotopia

2 Minuten

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