Editorial zur Ausgabe Brennstoff No. 56 | von Heini Staudinger

Editorial zur Ausgabe Brennstoff Nr. 56

von Heini Staudinger

Liebe Freundinnen, liebe Freunde!

Wir alle unterschätzen die Macht unserer eigenen Gedanken, unserer Sehnsüchte und Entscheidungen. Tagtäglich stehen wir vor der großen Wahl, „das Leben zu lieben“ oder das Geld. Das ist mir jetzt ziemlich hart herausgerutscht und doch ist es so, dass wir häufig von Sachzwängen geleitet oder gesteuert werden, die meist mit Geld zu tun haben. Oft kommen die Zwänge daher im Mantel der Vernunft, wie z. B. Miete, Auto, Urlaub, Reisen, Konsum und noch mehr … Es scheint grundvernünftig, ihnen Folge zu leisten. Warum? Wieso? … Wir tun und tun und doch bleibt oft etwas Trauriges zurück, – nämlich die Sehnsucht nach Leben. „Es muss doch mehr als alles geben“, so lautet ein Buchtitel von Till Bastian und er ermutigt zu der Frage, „ob ich wirklich tun muss, was ich nicht tun will.“

Nun. Meine Wahl hat die Kraft, dass alles anders wird, sobald ich nicht mehr der Logik des Geldes folge und nicht mehr den Alltagszwängen den Raum gewähre, den sie täglich fordern. Papst Johannes Paul II. nannte diese Sachzwänge, die uns hindern, das zu sein, was wir sein sollten, „sündige Strukturen“. Doch diese „sündigen Strukturen“ haben uns fest im Griff. Wir kümmern uns nicht ums Klima, schmeißen 50 % der Lebensmittel weg, schauen zu, wie die Kluft zwischen Arm und Reich groß und größer wird und, – anstatt die Fluchtursachen zu bekämpfen, lassen wir die Flüchtlinge im Meer ersaufen. Unerträglich.

Und was sollen wir wählen? Sollen wir wirklich Parteien wählen, die in ihrer Regierungszeit all das geduldet bzw. erst ermöglicht haben? Mit größter Selbstverständlichkeit erlauben sie den Konzernen und Milliardären die Steuerflucht, während die Abgabenlast unerbittlich auf den kleinen Löhnen und Einkommen lastet.

Nun Freunde, diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Und doch ist es so, dass alles so bleiben wird, wie es ist, es sei denn, wir fingen an, es anders zu machen. Aber wer, wer bitte, soll es denn anders machen? Philipp Ruch (Zentrum für politische Schönheit) sagt es mit seinem Buchtitel „Wer, wenn nicht wir“. Da meint er doch dich und mich. Uns eben.

Natürlich können wir / müssen wir anders wählen, wenn es anders werden soll. Die alles entscheidende Wahl jedoch trifft jede/r für sich, – nämlich: dem Herzen zu folgen und das Leben zu lieben, – mehr als Reichtum, Geld oder Ansehen. Egal, in welchem System wir auch leben, unsere Wahl kann alles ändern. Sie bringt nicht Luxus und Komfort, sondern Leben. Und darauf kommt es an.

Das meint im Ernst

Euer Heini

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