Der Fluch des Reichtums

Der Fluch des Reichtums

Migration und Vertreibung

Der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado machte von 1994 bis zum Jahr 2000 einen Bildband zum Thema Migration und Vertreibung.

Er erzählt aus den verschiedenen Krisen- und Kriegsgebieten. „In Ruanda sah ich schreckliche Gewalt. Ich erlebte Tag für Tag tausendfaches Sterben.“ Als er aus Ruanda wegging, glaubte er nicht mehr daran, dass die Menschheit gerettet werden könne. „Wir haben es nicht verdient, zu überleben. Niemand!“ Die einen haben es nicht verdient, weil sie mordeten. Die anderen, weil sie wegschauten.

Heute wird nicht in Ruanda, heute wird im Kongo gemordet. Warum? … weil der Kongo super-super-reich ist. Reich, – an unglaublich wertvollen und reichen Bodenschätzen. Der Wirtschaftskrieg um Coltan (wir
brauchen es für die Handys), Cobalt (Batterien/E-Autos), Kupfer, Gold und Diamanten hat mehr als sieben Millionen Menschen das Leben gekostet.

Der opferreichste Krieg seit dem 2. Weltkrieg. Rund tausend Tote, Tag für Tag – und das seit mehr als 20 Jahren. Mit modernsten Waffen schießen sich die Konzerne und ihre Warlords die Abbaugebiete „frei“.

Milo Rau hat dazu/darüber einen unglaublichen Film gemacht. DAS KONGO TRIBUNAL
Der Film zeigt nicht nur die harte Wirklichkeit:
Er zeigt auch Möglichkeiten und Wege. Besonders berührend finde ich die Szene, in der der belgische Richter auf die Frage, warum er denn beim Kongo Tribunal mitmache, antwortet: „Es genügt einfach nicht, nur an das Eigene zu denken. Mensch-sein ist mehr.“

DAS KONGO TRIBUNAL WIRKT

*Zwei Minister mussten unmittelbar nach dem Kongo Tribunal zurücktreten.
*Gegen den Widerstand der Konzerne wurde ein neues Bergbau-Gesetz beschlossen.
*Die Export-Steuern auf Bodenschätze wurden erhöht.
*Glencore, der Gigant im Rohstoff-Handel und –Abbau, spielt eine traurige Hauptrolle im Kampf um die Bodenschätze. Der Firmen-Hauptsitz ist in der Schweiz.
*Glencore kommt – u. a. dank des Kongo Tribunals unter öffentlichen Druck.

Das Kongo Tribunal wird im März 2021 fortgesetzt. Recht und der ernsthafte Versuch um Gerechtigkeit sind Bedingungen für Frieden.
Die Menschen im Kongo hoffen auf Frieden. Ihre Wirklichkeit heißt Krieg.
Viele sterben. Die, die fliehen können, fliehen. Die dort (Über-)Lebenden hoffen auf uns. Hoffen auf Fortsetzung des Kongo Tribunals im Kongo und auf eine wache Zivilgesellschaft hier bei uns. Sie hoffen, dass wir nicht wegschauen.

Wir, zusammen mit Euch, unterstützen die Fortsetzung des Kongo Tribunals. „Wir sind eine Menschheitsfamilie“

Wir haben das Gefühl, immer mehr zu wissen und
immer schneller zu handeln – in Wahrheit findet
aber eine Einschränkung, fast Lähmung unserer
Entschlussfähigkeit statt. Wie Teenager sitzen wir
unbeweglich und lethargisch in unseren Zimmerchen,
in unseren Köpfen aber rasen die Gedanken.
Die technische Entwicklung hat unseren Willen
gelähmt und unsere seelischen und sozialen Algorithmen
völlig ins Ungleichgewicht gebracht. Es
ist, als würden wir von den technischen Apparaten
in einer totalen Gegenwart festgehalten, während
der Planet in den Untergang rauscht.
Insofern bin ich auf der Seite von allen, die die
Handlungsfähigkeit der Individuen und zivilgesellschaftlichen
Akteure wieder wachrütteln wollen.
MILO RAU

DER KONGO gehört zu den reichsten Ländern der Welt.
Reich an Bodenschätzen, fruchtbar und schön.
Wir, Reinhold und ich, fuhren 1973 wochenlang durch’s kongolesische Paradies. Die Bergbaukonzerne waren noch nicht da.

Kongo 2.350.000 km², 84 Mio. Einwohner
Deutschland 357.000 km², 83 Mio. Einwohner
Schau, der Kongo ist fast sieben Mal so groß wie Deutschland und hat nahezu gleich viele Einwohner. Mindestens 6 Millionen wurden in den letzten zwanzig Jahren im Krieg um Bodenschätze ermordet.

 

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