Das Kongo Tribunal

FILMSTILL (Ausschnitt) aus DAS KONGO TRIBUNAL von Milo Rau: anonymer Zeuge

Das Kongo Tribunal

Recht und der ernsthafte Versuch um Gerechtigkeit
sind Bedingungen für Frieden

Das Kongo Tribunal ist ein weiteres ambitioniertes Projekt von Milo Rau. Seit über 20 Jahren verwandelt ein unüberschaubarer Bürgerkrieg im Osten der demokratischen Republik Kongo ein Gebiet von der Größe Westeuropas in eine Hölle auf Erden. Viele Beobachter sehen in diesem Krieg nicht nur den Kampf
um die polititsche Vorherrschaft in Zentralafrika, sondern zugleich eine der entscheidenden wirtschaftlichen Verteilungsschlachten im Zeitalter der Globalisierung. Denn der Grund für den Fortbestand des Krieges sind längst nicht mehr nur ethnische Gegensätze, sondern die für das 21. Jahrhundert überlebenswichtigen Technologie-Rohstoffe.

Milo Rau hat in einem symbolischen Theatertribunal drei exemplarische Fälle aus diesem Konflikt erstmals vor einer unabhängigen Jury verhandeln lassen. Dabei ist das scheinbar Unmögliche gelungen: alle Beteiligten – Regierung, Opposition, Militär, Rebellen, internationale Minenkonzerne, lokale Minenarbeiter, Bauern, Opfer, Täter, Menschenrechtsaktivisten und Globalisierungsexperten – wurden involviert und konnten zu Zeugenaussagen in dem öffentlich abgehaltenen Tribunal bewegt werden.

Milo Rau hat in einem symbolischen Theatertribunal drei exemplarische Fälle aus diesem Konflikt erstmals vor einer unabhängigen Jury verhandeln lassen. Dabei ist das scheinbar Unmögliche gelungen: alle Beteiligten – Regierung, Opposition, Militär, Rebellen, internationale Minenkonzerne, lokale Minenarbeiter, Bauern, Opfer, Täter, Menschenrechtsaktivisten und Globalisierungsexperten – wurden involviert und konnten zu Zeugenaussagen in dem öffentlich abgehaltenen Tribunal bewegt werden.

020 möchten die international renommierten Juristen Jean Louis Gilissen, belgischer Anwalt und Mitbegründer des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, und Maître Sylvestre Bisimwa, kongolesischer Menschenrechtsanwalt, in einer nächsten Stufe des Vermittlungsprozesses zwischen den beteiligten Konfliktparteien eine Form kontinuierlicher zivilgesellschaftlicher Gerichtsbarkeit auf lokaler Ebene etablieren. Mehrere Tribunale (zunächst fünf) an verschiedenen Orten der Region sollen sicherstellen, dass Aufarbeitung, Anklageerhebung und Dokumentation von Verbrechen fortlaufend weitergeführt werden.

Die Hoffnung der Menschen heißt Frieden.
Sie wollen Frieden. Was sonst. Ihre Wirklichkeit heißt Krieg. Die einen sterben. Die, die fliehen können, fliehen. Die dort (Über-)Lebenden hoffen auf die Zivilgesellschaft. Sie hoffen, dass wir nicht wegschauen.

Milo Rau hat dazu/darüber einen unglaublich guten
Film gemacht.

DAS KONGO TRIBUNAL
Der Film zeigt nicht nur die harte Wirklichkeit:
Er zeigt auch Möglicheiten und Wege. z.B. zwei Minister und der Gouverneur mussten nach dem Kongo Tribunal zurücktreten.

Der Film ist auch sehr berührend. Besonders berührend finde ich die Szene, in der der belgische Richter auf die Frage, warum er denn beim Kongo Tribunal mitmache, antwortet, ès genüge einfach nicht nur an das Eigene zu denken. Mensch-sein ist mehr.

www.the-congo-tribunal.com

 

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