Ausgabe 54

Liebe Freundinnen, liebe Freunde!

Vor einigen Tagen sprang mir aus der Titelseite einer Zeitung folgender Satz in die Augen „Eure Ordnung ist auf Sand gebaut“. Beim genaueren Hinsehen merkte ich, dass dieser Satz von Rosa Luxemburg stammt. Sie schrieb ihn einen Tag vor ihrer Ermordung vor genau 100 Jahren. Mit ihrem Kampf für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie kam sie in Konflikt mit den Herrschenden.

„Eure Ordnung ist auf Sand gebaut!“ will ich den heute Herrschenden zurufen. Merkt ihr noch immer nicht, dass die Wirtschaft nicht ewig weiterwachsen kann, dass wir die Welt überhitzen und dass wir nicht vom Geld leben, sondern von der Natur. Geld ist ein Werkzeug, das uns dienen soll, aber Geld darf nicht herrschen. Denn dort, wo es herrscht, gerät alles in Gefahr. Die Menschlichkeit und die Menschenrechte, die Gerechtigkeit und die Demokratie (Bankenrettung) und natürlich auch die Natur, die fürs Geld nichts anderes ist als eine Geldquelle.

Je rücksichtsloser die Ausbeutung, umso höher der Profit.

Ja, Freunde, wir leben von der Natur. Es ist nicht so schwer zu verstehen: die Natur ist die einzig wirklich wichtige Lebensgrundlage. Wer die Lebensgrundlage zerstört, ist entweder ein Idiot oder ein Verbrecher.

Oh, das ist mir jetzt aber hart herausgerutscht. Ich will es begründen. Schon lange stand fest, dass wir diesen Brennstoff dem Thema WALD widmen wollen. Vom Wald kommt man schnell einmal zum Klima. Wieso? …, weil der Wald die wunderbare Fähigkeit hat, aus dem CO2 das Kohlenstoffatom als Baumaterial zu verwenden, das „O2“-Molekül jedoch, den Sauerstoff, gibt der Baum wieder ab an die Luft. Drum können wir atmen. Ist das nicht wunderbar?

Jetzt machen wir, die Industriegesellschaft, zwei grobe Blödheiten: 1. Setzen wir viel zu viel CO2 in die Luft und 2. zerstören wir die Wälder weltweit. Ich höre euch schon sagen „das sind doch nicht wir“. Doch darauf gibts nur eine Antwort: wir? – wir haben nur eine Erde! Wir, diese große globale Menschheitsfamilie, sind gemeinsam für diese Erde verantwortlich. Nur ein Beispiel: Wenn wir unsere Kühe mit Soja-Kraftfutter aus Brasilien füttern, dann gehören auch wir zur Gruppe der Täter. So sind wir mitverantwortlich für die Zerstörung von Urwald.

Wer für Gerechtigkeit und Freiheit (die zwei sind Geschwister) kämpft, gerät seit Jahrhunderten immer wieder in Konflikt mit den Herrschenden. Wer für Mutter Erde kämpft, kommt schnell in Konflikt mit den Kapitalinteressen. Und doch ist es so, dass diese „globale Wirtschaftsordnung auf Sand gebaut“ ist, denn eines Tages werden auch die schlimmsten Kapitalisten begreifen, dass man Geld nicht fressen kann.

Das meint im Ernst
Euer Heini

Artikel aus „Brennstoff no 54“ (Printausgabe)

Artikel dieser Ausgabe
EditorialHeini Staudinger

Ausgabe 54

2 Minuten

LiteraturHermann Hesse

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Die Sprache der Bäume

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InterviewAndreas Wagner

„Feuer am Dach“. Klimawandel

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Fakten Klimageschichte

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Sintflut und Feuerwalze

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BuchrezensionHeini Staudinger

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