Ausgabe 53

Liebe Freundinnen, liebe Freunde!

DEFEND THE SACRED, so lautete der Titel dieses zehntägigen Treffens in Tamera, im südlichen Portugal, zu dem auch wir wunderbarerweise eingeladen waren. Unter diesem Titel versammelten sich Gruppen aus aller Welt, die sich diesem Ziel, „das Heilige zu verteidigen“, verschrieben haben – Lakota Indianer aus Nordamerika (Erdöl), Leute vom Friedensdorf San Jose de Apartado (330 von ihren Leuten wurden in den letzten zwanzig Jahren von Paramilitärs ermordet – es geht um Bodenschätze), Joshua Konkankoh aus Kamerun (er erzählt von Mördereien der Erdölkonzerne). Dort trafen sich auch Israelis und Palästinenser, für die es kein wichtigeres Ziel gibt als den Frieden. Es geht immer wieder um dasselbe: Menschen müssen ihre Heimat verlassen, um Platz zu machen für irgendwelche Eroberer. Gehen sie nicht freiwillig, dann eben mit Gewalt. Den Eroberern geht’s immer um Land und/oder Bodenschätze. Fast immer geht s um den Nachschub für unseren konsumistischen Lebensstil.

NATURERLEBNIS
In diesen zwei Wochen in Portugal erlebten wir einige Tage, die zu den heißesten Tagen zählen, die je in Europa erlebt wurden. Zusätzlich zur Hitze tobten Waldbrände, die 27.000 Hektar Land verwüsteten. Durch diese „verbrannte Erde“ mussten wir fahren, um Zé José, einen jungen Portugiesen, zu besuchen, der bei uns in der Waldviertler Schuhwerkstatt die Schuhmacherlehre gemacht hat. Es lässt sich in Wort und Bild nicht mitteilen – der Anblick so einer toten Landschaft raubt einem die Worte.
Brandursachen gibt es mehrere: 1. die Hitze, 2. Eukalyptus Monokulturen für die Papierindustrie – Eukalyptus brennt wie wild, 3. Abwanderung – es fehlen die jungen Leute, die Land und Zisternen pflegten, die sich mit Kraft dem Feuer stellen könnten. Einen haben wir kennengelernt, dem dies mit Klugheit und großem Einsatz gelungen ist.

CHRISTOPH RANSMAYR
Brennstoff. Guter Brennstoff für Herz, Hirn und Seele. Wir haben Christoph Ransmayr gebeten seinen Essay „Europa, Herz der Finsternis“ auszugsweise abdrucken zu dürfen. Bei jedem Kürzungsversuch fehlten dann wichtige Passagen, bis wir uns endlich entschlossen haben, den Text ungekürzt abzudrucken. Danke Christoph Ransmayr, nicht nur für die Abdruckerlaubnis, sondern vor allem für den Inhalt, der mich tief berührte. Ich dachte mir, dieses Berührtsein könnte/müsse doch Wegbereiter sein für eine faire Weltordnung. Eine berechtigte Sehnsucht, gegen die Wirklichkeit. Träumen ist erlaubt. Doch dann kommt der Tag und da müssen wir uns auf den Weg machen…

Das meint im Ernst,

Euer Heini Staudinger

 

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