Ausgabe 50

Es gibt nur ein einziges politisches Problem: die Einheit aller Menschen.
JIDDU KRISHNAMURTI

Ja. Die Einheit aller Menschen. Ein hehres Ziel. Jedes andere Ziel ist ein Unsinn. Es führt zu Krieg und Elend. Wir sehen es. Immer und immer wieder.

Wenn wir uns und die Welt betrachten und über Mensch und Natur nachdenken, dann gibt es keine sinnvolle Alternative zu dem Satz, der gleichzeitig Weg ist und auch Ziel: WIR – da gehören alle Menschen dazu. Ausnahmslos – alle. Also wir alle: WIR SIND EINE (1) MENSCHHEITSFAMILIE !

Dem ist nichts hinzuzufügen, wenngleich es schon klar ist, dass wir dieses Ziel nicht gratis bekommen. Mit »Gratis« denke ich nicht ans Geld, auch wenn Geldströme oft Ausdruck von Ungerechtigkeit und Unrecht sind. Ich denke an den Geist, an den Spirit, der lenkt, der immer entscheiden kann. Im Guten wie im Bösen. Wir glauben viel zu sehr ans Geld und unterschätzen den lenkenden Geist, die Kraft der Gedanken, die Sehnsucht nach Hu­manität. Die Welt jedoch ist nicht human. Neben der Sehnsucht nach Humanität schlummern in uns auch die Kräfte der Dunkelheit. Umso mehr ist es unsere Aufgabe, das Dunkle in uns zu erkennen und es ins Humane zu transformieren, um Mensch zu werden. Es ist immer wieder unsere Entscheidung, welchen Geist in uns wir füttern. Den Geist der Machtgeilheit, Gier und Rücksichts­losigkeit oder den Geist der Solidarität und der Ge­schwis­terlichkeit.

Seit 45 Jahren habe ich eine innige Beziehung zu Afrika. Es tut mir richtig weh, weil dort so vieles schiefläuft. Es liegt auf der Hand, dass »unsere« ungerechten Handels­beziehungen in Afrika (siehe Seite 21) zu Not und Elend führen. Oft genug auch zu Krieg und Zerstörung und in der Folge zu schrecklichen Flüchtlingsströmen. Diese Not ist kaum zu fassen. Mir wurde schlecht dabei, als ich im Internet eine Stunde lang herumrecherchierte. Eine kleine Idee bekommt man im Video, Youtube-Suche: Freihandel­sabkommen EPA – EU und Afrika. Nun? Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass eine überwältigende Mehrheit der EuropäerInnen diese Ungerechtigkeiten verabscheut. Die große Mehrheit will Frieden, will mehr Gerechtigkeit. Che Guevara sagte, »Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker«. Ein bisschen was von dieser Zärtlichkeit sollten wir in unseren Alltag einfließen lassen. Wie? Der Weg entsteht im Gehen. Vamos.

In allen Wahlkämpfen der letzten Zeit ging’s immer um die Fremden, um Flüchtlinge und die »Werte« Europas. Die wahren Werte Europas waren für mich und sind es noch immer: Freiheit – Gleichheit – Geschwisterlichkeit. Für die lohnt es sich zu kämpfen. Im Geist dieser Werte lässt sich’s leben.

Das meint im Ernst

Heini Staudinger, Herausgeber

P.S.: Brennstoff Numero 50! Ein Fest. Halleluja. Alle Brenn­stoffe, ob Holz oder Kohle, ob Brot oder Sauerstoff, sind Energielieferanten. Ziel von unserem Brennstoff war immer, Brennstoff für Herz und Seele und viel Energie für Geschwis­ter­lichkeit zu liefern. Ich danke allen, die ihr Feuer und ihre Energie in diese 50 Brennstoffe gesteckt haben. Besonders danke ich unserem genialen Chefredakteur Moreau und der nicht minder genialen Sylvi. Dank gilt auch euch, unseren LeserInnen. Denn ohne euch wäre alles sinnlos.

Der österreichische Dichter Franz Grillparzer warnte schon im 19. Jahrhundert, dass es nicht weit ist »von der Humanität über die Nationalität zur Bestialität«. Hört die Signale und lasst uns bitte gescheiter werden.

 

Artikel dieser Ausgabe
Editorial Heini Staudinger

Ausgabe 50

3 Minuten

Empfehlung Konstantin Wecker

Weltzentrisches Bewusstsein

1 Minute

Essai Ursula Baatz

Kain und Abel

4 Minuten

Interview Fabian Scheidler und Alexander Behr

Kompass für politisches Engagement

10 Minuten

Buchrezension Fabian Scheidler und Alexander Behr

Fabian Scheidler, CHAOS

3 Minuten

Essai Huhki Henri Quelcun

Sprachlose Nähe

4 Minuten

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