Afrika – in inniger Verbundenheit

Die meisten brennstoff- LeserInnen wissen es längst, dass wir, mein Freund Reinhold (†September 1980) und ich, im Jahr 1973 mit den Mopeds von Schwanenstadt nach Afrika fuhren. Weil wir in Afrika niemanden kannten als Dr. Watschinger, war unser Reiseziel Loliondo, ganz im Norden von Tansania. Den Dr. Watschinger kannten wir seit unserer Kindheit. Er ging Anfang der 1960er Jahre nach Afrika und baute in der Nähe von Loliondo ein Busch-Spital. Dort wollten wir hin. Er war unser Ziel. Wir fuhren nach Palermo, dann mit dem Schiff nach Tunis, dann durch die Wüste Sahara nach Westafrika und von dort wollten wir weiter durch den Sudan über Kenia nach Tansania. Wir mussten jedoch unsere Reiseroute ändern, weil im Sudan Krieg herrschte. Seit damals erfahren wir hin und wieder vom Krieg im Sudan, aber kaum einer weiß, dass die Menschen im Südsudan während der letzten 60 Jahre mehr als 40 Kriegsjahre auszuhalten hatten. Die Menschen sehnen sich nach Frieden.

Südsudan. Hilfe ist gefragt. Von den großen Hilfsgeldern versinkt viel in der Korruption. Umso wert- voller sind Strukturen, die in Kleinprojekten Hilfe zur Selbsthilfe entwickeln. Hunger kann man mit Essen beseitigen – drum gilt es die landwirtschaftlichen Kulturen (so) zu schützen, um das Nebeneinander der Nomaden und der Sesshaften zu ermöglichen.
Mein Freund Hans Rauscher kommt seit 30 Jahren regelmäßig in den Sudan. Er ist telefonisch wöchentlich mit den Projektverantwortlichen in Kontakt. Diese enge Zusammenarbeit trägt Früchte. Die Frauen tragen – wie so oft in Afrika – die Hauptlast bei der Versorgung der Familie. Drum wollen wir die Frauen ins Zentrum unserer Unterstützung stellen.
Die Not schreit zum Himmel. Hier können wir, hier dürfen wir helfen. In der Überzeugung, dass unsere Hilfe den Hunger lindern und die Kräfte des Friedens stärken wird, bitten wir dich/euch um eine Spende für den Südsudan.

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft begabt und sollen einander im Geist der Geschwisterlichkeit begegnen.ALLGEMEINE ERKLÄRUNG DER MENSCHENRECHTE, 10. DEZEMBER 1948, ARTIKEL 1

Books for trees. Eine ganz unglaubliche Geschichte. Bernhard Wagenknecht, Lehrer in der Gartenbauschule Schönbrunn in Wien, lernte vor fünfzehn Jahren im Kirchenchor in Wien einen afrikanischen Pfarrer kennen. Dieser erzählte ihm vom Waldverlust in seiner afrikanischen Heimat. Gemeinsam entwickelten sie einen Plan: books for trees – in jeder Schule sollen Baumschulen entstehen, wo die Schulkinder gemeinsam mit ihren Lehrern die jungen Bäumchen so weit aufziehen, bis diese stark genug sind, dass sie ein Umsetzen ins Heimatdorf der Schüler gut überstehen können. Dort übernimmt dann das Dorf die weitere Pflege der Bäume. Father Barabara nahm die Idee auf und mit nach Kenya. Umgehend startete er in der Schule seines Dorfes die erste Baumschule. Bernhard unterstützte sie von Wien aus mit Knowhow und beträchtlichen privaten Geldsummen. Nun sind es schon sieben Schulen, die mitmachen. Nächstes Jahr sollen weitere sieben Schulen dazukommen. Sylvi und ich waren vor ungefähr einem Jahr dort. Die Fahrt dorthin war gefährlich. Es regnete in Strömen und die Fahrbahn war fürchterlich glitschig; mindestens so gefährlich wie Eis. Dass wir nicht umgedreht haben, hat sich tausendfach gelohnt. Wir erlebten die Schüler, im Bund mit ihren Lehrern und den Eltern der Kinder. Alle waren mit einer mitreißenden Begeisterung dabei – es gibt kaum Schöneres als so eine Begeisterung zu erleben.

Books for trees – das Projekt ist so erfolgreich, dass die Früchte dieser Arbeit ( tausende junge Bäume ) schon in Google Earth deutlich erkennbar sind. You know: »Helping other people helps me« – bitte ausprobieren. Sei dabei. Spendenkennwort: Books for trees.

Romero Preis 2016. Bischof Romeros Leben war ein Leben auf Seiten der Armen. Kompromisslos kämpfte er für Gerechtigkeit. 1980 wurde er – mitten im Gottesdienst – erschossen. Der mit 10.000 Euro dotierte Romero Preis von »Sei so frei« der entwicklungspolitischen Aktion der Katholischen Männerbewegung Österreichs geht heuer an die Tiroler Ärztin Maria Schiestl. Die gebürtige Zillertalerin wird für ihren jahrelangen und unermüdlichen Einsatz für die Maasai in Kenia ausgezeichnet. Wir kennen Maria seit vielen Jahren. Wir haben ihre Projekte gerne unterstützt, vor allem ihren klugen und engagierten Kampf gegen die Mädchenbeschneidung. Wir freuen uns mit Maria. Der Preis ist eine hohe Anerkennung für ihr Lebenswerk und guter Rückenwind für ihre zukünftige Arbeit.

Artikel dieser Ausgabe
Editorial Heini Staudinger

Ausgabe 46

2 Minuten

Kommentar Moreau

Achtung!

3 Minuten

Essai Martin Schenk

Achtung!

3 Minuten

Buchauszug Martin Schenk

Parlament der Unsichtbaren

3 Minuten

Buchrezension Fred Luks

Populismus: Brot und Wortspiele

4 Minuten

Buchauszug Fabian Scheidler

Außer Kontrolle

2 Minuten

Buchauszug Sir Ken Robinson

Das Element

5 Minuten

Essai Ute Karin Höllrigl

Achtsamkeit in Dichtung und Traum für ein Menschwerden

4 Minuten

Buchauszug Erich Fromm

Die Wahrheit sich und anderen zumuten

2 Minuten

Essai Huhki Henri Quelcun

Wie du dir - so ich mir!

5 Minuten

Reportage Heini Staudinger und Sylvia Kislinger

Afrika - in inniger Verbundenheit

3 Minuten

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